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Jobvermittlung: Frauen werden benachteiligt

Bei der Jobvermittlung werden Frauen in Deutschland gegenüber Männern benachteiligt und profitieren seltener von Förderprogrammen. Das zeigt jetzt eine Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums. Demnach tritt bei den zuständigen Behörden der Gleichstellungsaspekt regelmäßig in den Hintergrund. Gründe hierfür seien in erster Linie die Wirtschaftlichkeit und die Vorgabe, die Kosten für die Leistungen so niedrig wie möglich zu halten.

Deshalb werde in den meisten Fällen bei einem betroffenen Paar darauf geachtet, dem Mann einen Vollzeitjob zu vermitteln. Gelinge dies, gelte die Familie oftmals nicht mehr als bedürftig und das Amt sei nicht mehr zuständig. Die Untersuchung des IAQ zeigt darüber hinaus, dass die Integration von Frauen im Arbeitsmarkt sich schwieriger gestaltet, da oftmals eine Betreuungsmöglichkeit für das Kind gefunden werden muss. Außerdem seien Weiterbildungsmaßnahmen notwendig, damit Frauen ein existenzsicherndes Einkommen erzielen können. Denn: Die sogenannten Frauenberufe sind noch immer unterdurchschnittlich bezahlt. Somit begnügen sich der Studie zufolge viele Arbeitsvermittler damit, dass Frauen ihre Kinder betreuen und höchstens in Mini- oder Teilzeitstellen arbeiten.

Wie groß die Unterschiede bei der Förderung von Frauen und Männern sind, verdeutlicht auch der „Gender-Index“ für Deutschland. So erhielten 2007 von über 1.000 männlichen Langzeitarbeitslosen mehr als 40 Eingliederungszuschüsse, um wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Bei den Frauen waren es hingegen nur 20.

Der Gender-Index untersucht den Stand der Gleichstellung von Männern und Frauen in Deutschland und wurde 2008 erstmals veröffentlicht. Unter www.gender-index.de sind weitere Informationen – auch aufgegliedert nach Landkreisen – abrufbar.




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