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Krankenkasse muss Therapierad zahlen

15.04.2010

Menschen mit einer Behinderung erhalten von ihrer Krankenkasse ein Therapierad. Voraussetzung dafür ist, dass sie damit dem drohenden Verlust ihrer Gehfähigkeit vorbeugen können. Zu diesem Ergebnis kommen die Richter des hessischen Landessozialgerichtes in ihrem Urteil. Im konkreten Fall hatte eine 44-jährige Frau geklagt, die an einer Tetraspastik leidet.

Zur Ergänzung ihrer Krankengymnastik benutzt die Klägerin ein Behindertendreirad. Durch das tägliche Training konnte ihre Gehfähigkeit bislang erhalten bleiben. Aufgrund der intensiven Nutzung musste die gehbehinderte Frau ein neues Therapierad anschaffen und beantragte bei ihrer Krankenkasse die Übernahme der Kosten.

Diese lehnte den Antrag allerdings mit der Begründung ab, dass der Betroffenen zur Sicherung der Mobilität ein Rollstuhl zur Verfügung stehe. Außerdem sei Radfahren kein Grundbedürfnis, das Krankenkassen sicherstellen müssten. Und zur Behandlung der Spastiken stünden andere Behandlungsmethoden zur Verfügung.

Dem widersprachen jetzt die Richter. Zwar obliege der Krankenkasse ausschließlich die medizinische Rehabilitation, jedoch gehöre dazu auch, einer drohenden Behinderung vorzubeugen. Dies geschehe im vorliegenden Fall durch das Therapierad, Krankengymnastik alleine sei hingegen nicht ausreichend (Az.: L 8 KR 311/08).





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