SoVD - Sozialverband Deutschland e.V. - Startseite

Pressemitteilung vom 21. Juli 2010

Hannover

Sofortmaßnahmen für behinderte Arbeitslose nötig

Der SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V. fordert schnelle Maßnahmen gegen die steigende Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderung in Niedersachsen. „Beschönigungen helfen den Betroffenen nicht, die Politik muss jetzt sofort handeln“, sagt der 2. SoVD-Landesvorsitzende Horst Wendland. Die Kernforderungen des SoVD sind die Erhöhung der Beschäftigungsquote von Schwerbehinderten, die personelle Wiederaufstockung der Integrationsfachdienste zur Arbeitsvermittlung von Betroffenen sowie die inklusive Beschulung behinderter Kinder in Regelschulen.

Das Sozialministerium hatte zuletzt nach einem Zeitungsbericht verlautbart, dass das Land bei der Gesamtzahl der arbeitslosen Behinderten im Bundesvergleich gut liege. „Die Entwicklung ist jedoch eindeutig negativ, das zeigt vor allem die erhebliche Zunahme der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr. Wir brauchen deshalb sofort eine spürbare Anhebung der bisher fünfprozentigen Beschäftigungsquote Schwerbehinderter“, betont Wendland.

„Außerdem rächen sich jetzt zwei Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre. Einerseits unterrichtet Niedersachsen 95 Prozent aller behinderten Kinder in gesonderten Schulen, obwohl bekannt ist, dass die Absolventen von Förderschulen nahezu keine Chance auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt haben. Andererseits macht sich nun die massive Personalkürzung bei den Integrationsfachdiensten bemerkbar, vor der wir bereits 2005 gewarnt haben“, führt Wendland aus. Diese könnten ihrer Aufgabe, Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu vermitteln, inzwischen nicht mehr ausreichend nachkommen. Das gelte vor allem angesichts steigender Zahlen von Förderschul-Abgängern.

„Darüber hinaus brauchen wir eine rasche Bekanntmachung des umfangreichen Angebots für Arbeitgeber, wenn sie Menschen mit Handicap einstellen wollen. Auch die Bewerber benötigen mehr Informationen darüber, dass ihnen Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche zusteht“, sagt Wendland abschließend.




>> Zum Seitenanfang