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Rente mit 67 nicht umsetzbar

2007 hatte die Große Koalition die „Rente mit 67“ beschlossen. Die SPD möchte nun in einem Kompromiss die Rente mit 67 erst einführen, wenn mindestens 50 Prozent der 60- bis 64-Jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Derzeit liegt dieser Wert bei 21,5 Prozent. In fünf Jahren solle dann überprüft werden, ob die Voraussetzung erfüllt seien. An dem Ziel, das Rentenalter bis 2029 schrittweise auf 67 Jahre anzuheben, werde trotzdem festgehalten.

Die Arbeitnehmerkammer Bremen kritisiert in diesem Zusammenhang, dass es völlig unklar sei, wie dieses Vorhaben umgesetzt werden solle. Denn: Die Quote der Erwerbstätigen zwischen 60 und 64 Jahren mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sei seit dem Jahr 2000 jährlich um 1,35 Prozent gestiegen. Sollte der Wert im gleichen Umfang weitersteigen, wäre die 50-Prozent-Marke erst 2030 realisiert – ein Jahr nach dem Einführungsdatum der Rente mit 67.

Der SoVD hatte bereits im vergangenen Jahr deutlich gemacht, dass die Voraussetzungen für die Rente mit 67 nicht gegeben seien. „Die Bundesregierung muss jetzt konsequent handeln und die Rente mit 67 zurückziehen. Bis dahin sollte sie die Rente mit 67 umgehend aussetzen“, fordert der SoVD-Landesvorsitzende Adolf Bauer. Bereits heute arbeite nur jeder 20. sozialversicherungspflichtig Beschäftigte bis zum geltenden Regelalter für den Rentenbeginn von 65 Jahren. Für die überwiegende Mehrheit seien hierfür vor allem gesundheitliche Gründe ausschlaggebend. Viele ältere Arbeitnehmer hätten damit schon jetzt oftmals keine realistische Chance, auch nur bis 65 zu arbeiten.




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