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Heimkosten sind steuerlich absetzbar

Bei einer krankheitsbedingten Unterbringung in einem Seniorenheim können entsprechende Miet- und Verpflegungskosten steuerlich als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. Dies entschied der Bundesfinanzhof und rückt damit von seinen bisherigen Grundsätzen ab. Nach denen war ein Abzug nur bei der Eingruppierung in eine Pflegestufe oder mit einem Schwerbehindertenausweis mit den Merkmalen „H“ oder „BI“ möglich.

In dem verhandelten Fall war eine damals 74-jährige Frau nach der stationären Behandlung in einer psychatrischen Klinik auf Anraten ihres Arztes in ein Seniorenheim gezogen. Ihre bisherige Wohnung hatte sie währenddessen nicht aufgegeben. Das zuständige Finanzamt erkannte die bei der Steuer geltend gemachten Kosten für das Seniorenheim nicht als außergewöhnliche Belastung an. Denn: Der Klägerin fehle entweder eine Pflegestufe oder ein entsprechendes Merkmal im Behindertenausweis.

Dieser Auffassung widersprachen jetzt die Münchener Richter in ihrem Urteil. Die Miet- und Verpflegungskosten seien abzüglich einer Haushaltsersparnis absetzbar, da die krankheitsbedingte Unterbringung in einer Senioreneinrichtung Krankheitskosten verursache, die bei einem altersbedingten Aufenthalt nicht anfielen. Somit sei Pflegebedürftigkeit keine Voraussetzung für den steuerlichen Abzug, wenn deutlich gemacht werden könne, dass der Heimaufenthalt infolge einer Erkrankung notwendig sei. Dies müsse jedoch durch eine ärztliche Bescheinigung belegt werden (Az.: VI R 38/09).




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