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Jeder vierte Angestellte arbeitet zu Niedriglohn

Jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland arbeitet zu einem Niedriglohn von unter 9,15 Euro pro Stunde. Das ergibt eine Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Demnach verdiente ein „Niedriglöhner“ 2010 in Westdeutschland durchschnittlich 6,68 Euro, in Ostdeutschland sogar nur 6,52 Euro. Bezieht man Rentner, Schüler und Studierende mit ein, sind in Deutschland insgesamt acht Millionen Menschen von niedrigen Löhnen betroffen.

Insbesondere in Westdeutschland ist die Zahl zwischen 1995 und 2010 stark gestiegen – nämlich um 68 Prozent. In Ostdeutschland betrug der Anstieg hingegen nur drei Prozent. Nach IAQ-Berechnungen verdienten fast 790.000 Vollzeitbeschäftigte weniger als sechs Euro in der Stunde, so dass ihr Monatseinkommen deutlich unter 1.000 Euro lag, und die Betroffenen ihren Lohn durch Leistungen des Staates aufstocken mussten.

Der SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V. fordert angesichts dieser Studie umgehende Maßnahmen gegen die unkontrollierte Ausbreitung des Niedriglohnsektors in Deutschland. „Millionen Menschen arbeiten, ohne von ihrem Lohn leben zu können. Es ist jetzt ein entschlossenes Durchgreifen der Bundesregierung erforderlich, um diese Gefahr zu bannen", erklärt Adolf Bauer, Vorsitzender des SoVD-Landesverbandes. Bauer wies auf die jahrelangen Warnungen des SoVD vor der ausufernden Niedriglohn-Problematik hin. „Jetzt belegen die Duisburger Forscher Schwarz-auf-Weiß, wie notwendig ein für alle Beschäftigten geltender Mindestlohn ist", unterstrich er.




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