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SoVD-Grundsatzpositionen zum Thema Rente

Dafür macht sich der SoVD stark:

Hier die Beschreibung des Bildes

Rente muss angemessenen Lebensstandard sichern

Die Rentenbeiträge stabil zu halten, darf nicht oberstes Ziel der Rentenpolitik sein. Vielmehr muss das Leistungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung im Mit-telpunkt stehen. Ziel der Rentenversicherung ist es dabei, nach dem Eintritt in den Ruhestand den wegfallenden Lohn zu ersetzen und einen angemessenen Lebensstandard zu sichern.

Renten müssen sich an Lohnentwicklung orientieren

Da das Rentenniveau immer weiter sinkt, wird schon heute das Ziel, einen ange-messenen Lebensstandard zu sichern, verfehlt. Erst recht wird es bei künftig begin-nenden Renten nicht erreicht werden können. Nur, wenn sich die Renten- an der Lohnentwicklung orientiert, kann sichergestellt werden, dass Rentnerinnen und Rentner an der allgemeinen Wohlstandsentwicklung teilhaben.

Altersarmut durch Mindestsicherung bei der Rente verhindern

Der drohende Anstieg der Altersarmut gefährdet die Existenz der gesetzlichen Ren-tenversicherung. Zentrale Armutsrisiken sind die zunehmenden Lücken in den Er-werbsbiografien durch Arbeitslosigkeit, Niedriglöhne und prekäre Beschäftigung. Steigende Rentenabschläge und der allgemeine Wertverfall der Renten verschär-fen diese Risiken. Zur Verringerung der Armutsrisiken sind ein bundeseinheitlicher gesetzlicher Mindestlohn und ein ausreichender Rentenversicherungsschutz bei Arbeitslosigkeit dringend notwendig.

Soziale Sicherheit bei Erwerbsminderung verbessern

Die soziale Absicherung bei Erwerbsminderung und vorzeitigem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben ist eine Kernaufgabe der gesetzlichen Rentenversicherung. Um dem gestiegenen lebenslangen Armutsrisiko bei Erwerbsminderung wirksam zu begegnen, ist vor allem die Abschaffung der Abschläge und eine Anhebung der Zurechnungszeiten erforderlich. Darüber hinaus muss die Grundsicherung bei Er-werbsminderung auch für diejenigen geöffnet werden, die nur zeitweise erwerbsgemindert sind.

Nein zur Rente mit 67

Wie der erste Bericht der Bundesregierung gezeigt hat, ist das Arbeiten bis 65 Jahre nach wie vor für fast alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Illusion. Zwar hat sich in den vergangenen Jahren die Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhöht. Allerdings zeigen die Daten der Bundesagentur für Arbeit, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im rentennahen Alter nach wie vor nur sehr gering ausgeprägt ist. 2011 waren trotz der Heraufsetzung der vorgezogenen Altersgrenzen gerade einmal 12,5 Prozent der 63-Jährigen und 9,9 Prozent der 64-Jährigen vollzeitbeschäftigt. Die Anhebung der Altersgrenzen in der gesetzlichen Rentenversicherung muss deshalb umgehend abgeschafft werden. Notwendig sind Verbesserungen der Ar-beitsmarkt- und Beschäftigungssituation älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeit-nehmer, um das tatsächliche Renteneintrittsalter wieder an die bisherige Regelal-tersgrenze von 65 Jahren heranzuführen. 

Eigenständige Alterssicherung für Frauen stärken

Kindererziehung und Pflege werden immer noch überwiegend von Frauen und auf Kosten einer eigenen Berufstätigkeit übernommen. Zudem sind Frauen im Erwerbs-leben häufig immer noch benachteiligt. Diesen Umständen muss auch in der ge-setzlichen Rentenversicherung Rechnung getragen werden. Der Ausbau einer ei-genständigen Alterssicherung für Frauen ist deshalb notwendig und die Anrech-nung von Zeiten der Kindererziehung und der Pflege muss verbessert werden.

Erwerbstätigenversicherung einführen

Um dem Wandel in der Arbeitswelt und den Erwerbsverläufen Rechnung zu tragen, fordert der SoVD, die gesetzliche Rentenversicherung schrittweise zu einer Er-werbstätigenversicherung auszubauen. Im ersten Schritt werden dabei alle Erwerbstätigen einbezogen, die bislang nicht in einem obligatorischen Alterssicherungssystem versichert sind. Damit wird dem erheblich gesteigerten Altersarmutsrisiko derjenigen begegnet, die aufgrund einer sozialversicherungsfreien Selbstständigkeit oder geringfügigen Beschäftigung Lücken in ihren Erwerbsbiografien aufweisen. In weiteren Schritten sind alle anderen Erwerbstätigen – wie Politiker, Beamte und Freiberufler in die Erwerbstätigenversicherung einzubeziehen.

Die SoVD-Stellungnahmen und Broschüren mit weiteren Informationen finden Sie hier.

 

 




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