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Wichtige Begriffe rund um das Thema Rente

Hier die Beschreibung des Bildes

In dieser Rubrik finden Sie wichtige Begriffe zum Thema Rente. Zudem stehen Ihnen bei weiteren Fragen die Sozialberater in den SoVD-Beratungszentren in ganz Niedersachsen zur Verfügung. Das Beratungszentrum in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Die gesetzliche Rentenversicherung

Die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung gliedern sich in zwei große Bereiche:

  • Die Zahlung einer Rente
  • Die Rehabilitation

Rentenarten

Die gesetzlichen Renten unterscheiden sich nach Renten wegen Alters, Renten wegen Erwerbsminderung und Renten wegen Todes.

Renten wegen Alters

Um eine Altersrente erhalten zu können, muss der Versicherte ein bestimmtes Alter erreicht haben und eine bestimmte Mindestanzahl von Versicherungsjahren (siehe auch Wartezeiten) aufweisen. Je nach Altersrente kommen noch weitere Voraussetzungen hinzu.

Da in den vergangenen Jahren die Altersgrenze, ab der Versicherte vorzeitig in Rente gehen können, schrittweise angehoben wurde, müssen diejenigen, die ihre Rente früher erhalten wollen, in der Regel Abschläge in Kauf nehmen. Die Abschläge gelten dauerhaft für die gesamte Zeit des Rentenbezugs und wirken sich auch auf die Hinterbliebenenrenten aus.

Bei dem Bezug einer Rente wegen voller Erwerbsminderung oder einer Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze beträgt die allgemeine Hinzuverdienstgrenze für Vollrenten seit 1.1.2008 monatlich 400 Euro brutto. Bei Überschreiten dieser Hinzuverdienstgrenze kann die Rente nur noch als Teilrente gezahlt werden.  Nach Erreichen der Regelaltersgrenze bestehen für Versichertenrenten grundsätzlich keine Einschränkungen mehr.

Zu den Renten wegen Alters zählen die Regelaltersrente und folgende vorgezogene Renten:

  • Altersrente für langjährig Versicherte
  • Altersrente für besonders langjährig Versicherte
  • Altersrente für schwerbehinderte Menschen
  • Altersrente für Frauen
  • Altersrente wegen Arbeitslosigkeit und nach Altersteilzeit

Regelaltersrente

Eine Regelaltersrente erhält, wer die Regelaltersgrenze erreicht hat und mindestens fünf Rentenversicherungsjahre nachweist.

Beginnend ab 2012 bis 2029 wird die Altersgrenze in kleinen Schritten von 65 auf 67 Jahre angehoben. Für Versicherte, die vor dem 1.1.1947 geboren sind, liegt die Altersgrenze weiterhin bei 65 Jahren. Wer 1947 und später geboren wurde, für den steigt das reguläre Renteneintrittsalter von Jahrgang zu Jahrgang um einen Monat. Bei den 1958 Geborenen gilt dann ein Renteneintrittsalter von 66 Jahren. Für die nach 1958 Geborenen steigt die Altersgrenze um jeweils zwei Monate pro Jahrgang, so dass die 1964 und später Geborenen erst ab 67 Jahren die Regelaltersrente erhalten können.

Eine vorzeitige Inanspruchnahme der Regelaltersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze ist nicht möglich.

Altersrente für langjährig Versicherte

Versicherte, die mindestens 35 Jahre Wartezeit in der Rentenversicherung aufweisen, können eine Altersrente für langjährig Versicherte in Anspruch nehmen. Die Altersgrenze für den Bezug dieser Rente hängt vom Geburtsjahr ab.

Für vor dem 1 Januar 1949 geborene Versicherte liegt die Altersgrenze bei 65 Jahren. Die Altersrente kann aber auch – mit einem Abschlag von bis höchstens 7,2 Prozent - ab 63 Jahren bezogen werden. Die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Altersrente für langjährig Versicherte wird beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1949 stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Die vorzeitige Inanspruchnahme dieser Altersrente wird wie zurzeit frühestens mit 63 Jahren möglich sein. Der Bezug dieser Altersrente mit 63 Jahren ist mit einem Rentenabschlag von bis zu 14,4 Prozent verbunden.

Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Versicherte können trotz der schrittweisen Anhebung der Altersgrenze auf 67 Jahren ab dem 1. Januar 2012 weiterhin die Altersrente ab 65 Jahren abschlagsfrei in Anspruch nehmen, wenn sie 45 Jahre lang Pflichtbeiträge gezahlt haben.

Zu den Pflichtbeitragszeiten zählen auch Pflichtbeiträge aus Kindererziehung, Berücksichtigungszeiten bis zum zehnten Lebensjahr eines Kindes, Zeiten der Pflege, Krankengeldbezug sowie Wehr- und Zivildienst.  Es werden auch Zeiten aus 400-Euro-Jobs angerechnet. Nicht berücksichtigt werden hingegen Pflichtbeiträge, die wegen des Bezugs von Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II oder Arbeitslosenhilfe gezahlt wurden, Zeiten der Schul- oder Hochschulausbildung und Zeiten aus einem Versorgungsausgleich sowie aus einer Teilung der Rentenansprüche („Rentensplitting“).

Altersrente für schwerbehinderte Menschen

Versicherte, die bei Beginn der Rente schwerbehindert (Grad der Behinderung von mindestens 50) oder – bei vor 1951 geborenen Versicherten – berufs- oder erwerbsunfähig nach dem bis Ende 2000 geltenden Recht sind und die Mindestversicherungszeit (Wartezeit) von 35 Jahren erfüllen, können die Altersrente für schwerbehinderte Menschen erhalten.

Für vor dem 1. Januar 1952 geborene Versicherte liegt die Altersgrenze bei 63 Jahren. Die Altersrente kann aber auch – mit einem Abschlag von höchstens 10,8 Prozent - ab 60 Jahren bezogen werden. Aus Vertrauensschutzgründen ist ein Rentenbezug ab 60 Jahren ohne Abschlag möglich, wenn der Versicherte vor dem 16. November 1950 geboren ist und bereits am 16. November 2000 schwerbehindert (beziehungsweise berufs- oder erwerbsunfähig nach dem bis Ende 2000 geltenden Recht) war.

Die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Altersrente für schwerbehinderte Menschen wird beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1952 stufenweise von 63 auf 65 Jahren angehoben. Die vorzeitige Inanspruchnahme ist möglich, allerdings nur in Verbindung mit einem Abschlag.

Altersrente für Frauen

Weibliche Versicherte, die mindestens 15 Jahre Versicherungszeit erfüllt und nach dem 40. Geburtstag noch mehr als zehn Jahre Pflichtbeiträge gezahlt haben, können eine Altersrente für Frauen beantragen. Die Altersgrenze von 60 Jahren wurde in den vergangenen Jahren auf 65 angehoben. Vorzeitig kann die Altersrente für Frauen nur noch mit einem Abschlag in Anspruch genommen werden. Die Altersrente für Frauen gibt es nur noch für die Geburtsjahrgänge bis 1951.

Altersrente wegen Arbeitslosigkeit und nach Altersteilzeit

Diese Altersrente erhalten Versicherte, die vor dem 1. Januar 1952 geboren und mindestens 60 Jahre alt sind. Zudem müssen Versicherte eine Versicherungszeit von mindestens 15 Jahren erfüllen und entweder bei Beginn der Rente arbeitslos sein und nach Vollendung eines Lebensalters von 58 Jahren und sechs Monaten insgesamt 52 Wochen arbeitslos gewesen sein (Altersrente wegen Arbeitslosigkeit). Die Rente nach Altersteilzeit erhält, wer mindestens 24 Kalendermonate Altersteilzeitarbeit nach dem Altersteilzeitgesetz ausgeübt hat. Zudem müssen Versicherte innerhalb der letzten zehn Jahre vor Beginn der Rente mindestens acht Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung gezahlt haben. Die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Rente wegen Arbeitslosigkeit und nach Altersteilzeit wurde mittlerweile auf 65 Jahre angehoben.

Rente wegen Erwerbsminderung

Erwerbsminderungsrenten können bewilligt werden, wenn der Versicherte wegen seines Gesundheitszustandes gar nicht oder nur noch eingeschränkt arbeiten kann. Neben den medizinischen müssen weitere versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein. Der Rentenanspruch richtet sich danach, wie viele Stunden täglich der Versicherte noch arbeiten kann. Als vermindert erwerbsfähig gilt, wer nur noch unter drei beziehungsweise zwischen drei und sechs Stunden täglich arbeiten kann. Versicherte erhalten danach entweder die volle Erwerbsminderungsrente (unter drei Stunden) oder die halbe Erwerbsminderungsrente (drei bis unter sechs Stunden).

Rehabilitationsleistungen

Ein weiterer zentraler Grundsatz der gesetzlichen Rentenversicherung ist die Rehabilitation. Aufgabe der Rentenversicherung ist die Erhaltung, Besserung und Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit der Versicherten. Im Rahmen der Rehabilitation sollen frühzeitige Rentenzahlungen verhindert und die Arbeitskraft erhalten werden. Es gilt der Grundsatz „Rehabilitation geht vor Rente".

Zum Leistungsspektrum gehören medizinische und andere Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, die die Erwerbsfähigkeit kranker oder behinderter Menschen günstig beeinflussen (beispielsweise Heilbehandlungen in einer Reha-Klinik oder die Umschulung zu einem angemessenen Beruf, der dem Leistungsvermögen besser entspricht).

Wartezeit

Die Wartezeit wird auch Mindestversicherungszeit genannt und bezeichnet die Zeit, die der Versicherte der gesetzlichen Rentenversicherung angehört haben muss, um bestimmte Leistungen erhalten zu können.




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