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Wichtige Begriffe rund um das Thema Pflege

Hier die Beschreibung des Bildes

In dieser Rubrik finden Sie wichtige Begriffe zum Thema Pflege. Zudem stehen Ihnen bei weiteren Fragen die Sozialberater in den SoVD-Beratungszentren in ganz Niedersachsen zur Verfügung. Das Beratungszentrum in Ihrer Nähe finden Sie hier. Außerdem können Sie sich an das Pflegenotruf-Telefon wenden.

Pflegebedürftigkeit

Pflegebedürftig sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Tätigkeiten im Alltag auf Dauer, voraussichtlich – für mindestens sechs Monate – in erheblichem oder höheren Maße der Hilfe bedürfen.

Hilfebedarf

Die Hilfen bei den Verrichtungen des täglichen Lebens sind in vier Bereiche aufgeteilt:

  • Körperpflege
  • Ernährung
  • Mobilität
  • Hauswirtschaftliche Versorgung

Pflegestufe I

Die Pflegestufe I wird bewilligt, wenn einmal täglich für wenigstens zwei Verrichtungen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung oder Mobilität und zusätzlich mehrfach in der Woche bei der hauswirtschaftlichen Versorgung Hilfebedarf besteht. Der Zeitaufwand muss für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung wöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens 90 Minuten betragen. Davon müssen auf die Grundpflege (Körperpflege, Ernährung und Mobilität) mindestens 46 Minuten entfallen.

Pflegestufe II

Die Pflegestufe II wird bewilligt, wenn mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten für Verrichtungen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung oder Mobilität und zusätzlich mehrfach in der Woche bei der hauswirtschaftlichen Versorgung Hilfebedarf besteht. Der Zeitaufwand beträgt für die Grundpflege und die  hauswirtschaftliche Versorgung wöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens drei Stunden. Davon müssen auf die Grundpflege (Körperpflege, Ernährung und Mobilität) mindestens zwei Stunden entfallen.

Pflegestufe III

Die Pflegestufe III wird bewilligt, wenn täglich rund um die Uhr – auch nachts – bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität und zusätzlich mehrfach in der Woche bei der hauswirtschaftlichen Versorgung Hilfebedarf besteht. Der Zeitaufwand für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung beträgt wöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens fünf Stunden. Davon müssen auf die Grundpflege (Körperpflege, Ernährung und Mobilität) mindestens vier Stunden entfallen.

Verfahren bei den Pflegekassen

Der Antrag des Pflegebedürftigen wird bei der zuständigen Pflegekasse gestellt. Die Pflegekasse beauftragt den MDK (Medizinischen Dienst der Krankenversicherung) mit der Begutachtung des Betroffenen und entscheidet auf Basis des MDK-Gutachtens. Der MDK prüft im Rahmen eines angekündigten Besuchs:

  • ob und in welchem Umfang Maßnahmen zur Rehabilitation oder andere Maßnahmen zur Beseitigung, Minderung oder Verhütung einer Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit geeignet, notwendig und zumutbar sind,
  • ob die Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit erfüllt sind und welche Stufe vorliegt.

Über einen Antrag zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit muss die Pflegekasse innerhalb einer bestimmten Frist entscheiden:

  • fünf Wochen, wenn sich der Antragsteller zu Hause befindet.
  • zwei Wochen, wenn sich der Antragsteller zu Hause befindet und ein Angehöriger Pflegezeit beantragt hat.
  • eine Woche, wenn sich der Antragsteller im Krankenhaus, in einer stationären Reha-Einrichtung oder in einem Hospiz befindet oder wenn er eine ambulante Palliativversorgung erhält.

Aufgrund einer eindeutigen Aktenlage kann auf eine Untersuchung verzichtet werden.

Pflegeleistungen

Pflegeleistungen können erbracht werden in Form von:

  • häuslicher Pflege,
  • teilstationärer Pflege in Tages- oder Nachtpflege,
  • vollstationärer Pflege im Pflegeheim.

Häusliche Pflege

Leistungen der häuslichen Pflege können sein:

  • Pflegegeld,
  • Pflegesachleistung,
  • Kombinationsleistung,
  • Ersatzpflege/Verhinderungspflege,
  • Pflegehilfsmittel (auch technische Hilfen und Verbesserungen des Wohnumfeldes).

Pflegegeld

Anspruchsberechtigt ist der Pflegebedürftige, der Pflegegeld für die Pflege durch eine selbst beschaffte Pflegekraft (zum Beispiel durch Angehörige, Nachbarn), erhält. Das Pflegegeld beträgt:

Bei der Pflegestufe I : 235 Euro monatlich
Bei der Pflegestufe II: 440 Euro monatlich
Bei der Pflegestufe III: 700 Euro monatlich

Pflegesachleistungen

Die Gewährung von Pflegesachleistung bedeutet, dass professionelle Pflegekräfte die Pflege übernehmen. Die Pflegefachkräfte sind entweder bei einem zugelassenen ambulanten Pflegedienst angestellt, oder sie haben als Einzelpersonen einen Versorgungsvertrag mit der Pflegekasse abgeschlossen.
Pflegesachleistungen werden in folgender Höhe gewährt:

Bei der Pflegestufe I: 450 Euro monatlich
Bei der Pflegestufe II: 1.100 Euro monatlich
Bei der Pflegestufe III: 1.550 Euro monatlich

Kombinationsleistung

Die Kombinationsleistung kombiniert Pflegesachleistung mit Pflegegeld. Die Pflegeversicherung erstattet den Aufwand der Fachkraft und zahlt für die „restliche" Pflege anteilig Pflegegeld an den Pflegebedürftigen.

Ersatz-/Verhinderungspflege

Ersatzpflege, auch Verhinderungspflege genannt, ist die Pflege durch eine andere als die normalerweise tätige Pflegeperson, wenn diese zur häuslichen Pflege wegen Urlaub, Krankheit oder aus anderen Gründen verhindert ist.

Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel sind Hilfsmittel, die die häusliche Pflege erleichtern, Beschwerden lindern oder dem Pflegebedürftigen eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen (zum Beispiel Pflegebetten oder Hausnotrufsysteme).

Zusätzliche Betreuung

Pflegebedürftige,

  • die aufgrund von demenzbedingten Störungen, geistigen Behinderungen oder einer psychischen Erkrankung erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf haben und
  • bei denen erhebliche Einschränkungen in den Alltagskompetenzen vorliegen

erhalten zusätzliche Betreuungsleistungen. Diese Leistung erhalten auch Personen, die einen Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung haben, der nicht das Ausmaß der Pflegestufe I erreicht („Pflegestufe 0“).

Pflegezeit

Die Pflegezeit bedeutet einen Anspruch auf Freistellung von der Arbeit für längstens sechs Monate, um zu Hause einen nahen Angehörigen zu pflegen. In dieser Zeit ist die Pflegeperson in der Regel ohne Gehalt von der Arbeit freigestellt. Auch eine teilweise Freistellung in Form von Reduzierung beziehungsweise Verteilung der Arbeitszeit ist möglich.




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