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Pressemitteilung vom 28. Oktober 2012

Hannover

„Pflegeflucht ins Ausland verstärkt die Probleme!“

"Kostendruck rechtfertigt nicht jeden Unsinn - und erst Recht nicht die Idee, in der Pflege gezielt mit ausländischen Altenheimen zusammen zu arbeiten!" Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen reagiert irritiert auf solche Sparideen. "Deutsche Pflegestandards garantieren anerkannt gute Arbeit - und das, obwohl in der Branche sogar viel zu wenig Geld gezahlt wird", erinnert Landesvorsitzender Adolf Bauer. Jeder Mensch verdiene die bestmögliche Pflege, und die werde aus Sicht seines Verbandes eben in Deutschland geboten.

Bauer zeigt sich dabei solidarisch mit dem hiesigen Pflegepersonal: "Wie muss sich jemand fühlen, der für wenig Geld in der Pflege gute Arbeit leiste, dem dann vorgehalten wird, er sei trotzdem zu teuer? So etwas geht nicht", kritisiert der Landesvorsitzende. Begonnen hatten die Gedankenspiele aufgrund neuer Zahlen des Statistischen Bundesamtes, wonach sich mehr als 400.000 Senioren die Unterbringung in Alten- und Pflegeheimen nicht mehr leisten könnten. Als Grund war auf die immer höheren Unterbringungskosten verwiesen worden. "Und wieder einmal wird nur darüber diskutiert, die Ausgaben zu verringern statt das Problem an der Wurzel zu packen und die Menschen so auszustatten, dass Pflegeflucht nach Polen, Rumänien oder gar nach Thailand oder China überhaupt nicht nötig wird", so Bauer.

Er versteht schon den Ansatz der Überlegungen nicht: "Wir reden davon, dass wir den Pflegeberuf in Deutschland angesehener und besser bezahlbar aufstellen wollen und sorgen hintenherum dafür, dass das Gegenteil passiert!" Wenn jetzt vermehrt osteuropäische Preisstandards bei der Pflege zugrunde gelegt werden, gehen hier die Gehälter im Pflegeberuf noch mehr in den Keller. Er rechne mit jeder Unterstützung aus der Niedersächsischen Politik. Alle Parteien sähen diese Erfordernisse, so unterstütze die Landesregierung die Altenpflegeausbildung zum Glück mit millionenschweren Zuschüssen zum Schulgeld ... "sicher nicht, um damit perspektivisch Arbeitslosigkeit in Niedersachsen zu organisieren", so Bauer. Das genau könne aber passieren, wenn sich die Idee der Auslands-Pflege durchsetze. Schon jetzt sorgten viele Arbeitskräfte, die nicht aus Deutschland kommen, dafür, dass sich die Pflege unter Preis verkaufe.

Die laufende Debatte sei ein weiteres Beispiel dafür, dass das Pflegesystem kostentechnisch komplett neu aufgestellt werden muss: "Es führt auf absehbare Zeit kein Weg mehr an der Bürgerversicherung vorbei - unter Berücksichtigung aller, also auch der Beamten, Freiberufler und Politiler", fordert der SoVD-Landesvorsitzende erneut.




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