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Angst vor Operationen: Was hilft dagegen?

Eine Operation macht vielen Patienten verständlicherweise Angst. Sie sind aufgeregt und das Beratungsgespräch beim Arzt rauscht an ihnen vorbei. Übrig bleiben unklare Zweifel und Sorgen. Ein Teufelskreis, aus dem es Auswege gibt.

Chirurgische Eingriffe sind in der Medizin alltäglich. Laut dem Institut für Quali-tät und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) wird etwa eine von 20 Personen im Laufe eines Jahres operiert. Trotzdem löst das Wort "Operation" bei den meisten Menschen Ängste aus – sei es vor der Narkose, möglichen Komplikationen oder der Zeit nach dem Eingriff.

„Wenn eine OP ansteht, hat jeder ein mulmiges Gefühl, das ist normal“, sagt Elke Gravert von der hannoverschen Beratungsstelle der Unabhängigen Pati-entenberatung Deutschland (UPD). "Wir beraten immer wieder Patienten, die durch ihre Sorgen geradezu blockiert sind und nicht wissen, ob der Eingriff die richtige Entscheidung für sie ist."

So geht es auch dem 71-jährigen Heinz P. Er hat nur noch ein Auge und das ist durch Grauen Star getrübt. Seine Augenärztin rät zur Operation, bei der eine künstliche Linse ins Auge eingesetzt wird. Sie erklärt ihm die Details, aber vor lauter Angst um sein verbliebenes Auge kann Herr P. kaum zuhören. Zurück zu Hause gerät er ins Grübeln. Ist der Eingriff wirklich nötig? Kann ich am Ende vielleicht gar nichts mehr sehen, falls es Komplikationen gibt? Ohne das Risiko genau zu kennen, erscheint es ihm viel größer, als es wirklich ist.

"Tatsächlich sind die Gefahren einer Operation des Grauen Stars gering", sagt Patientenberaterin Gravert. Bei ein bis vier Prozent der Eingriffe kommt es zu Komplikationen, die meisten lassen sich aber gut behandeln. Das zeigen wis-senschaftliche Studien aus den USA. Doch die Furcht vor möglichen Folgen nimmt manche Patienten so in Beschlag, dass sie wichtige Details wie diese im Arztgespräch gar nicht mitbekommen, verstehen oder nachfragen."

Ein Teufelskreis – denn gerade umfangreiche Informationen können ein gutes Mittel gegen die Angst sein. "Um ihr zu begegnen sollte man sich in aller Ruhe und ausführlich mit dem Für und Wider einer Operation auseinandersetzen", rät Elke Gravert. Dazu gehört vor allem, dass man sich über seine Befürchtungen klar wird und diese mit dem Arzt bespricht. Gravert: "Am besten schreibt man sich seine Fragen vorher auf. Und wenn man nicht alles versteht, sollte man auf jeden Fall nachfragen."

Auch die Angst selber sollte im Arztgespräch eine Rolle spielen. Neben aus-führlichen Informationen über die Operation gibt es weitere Möglichkeiten, um ihr zu begegnen, zum Beispiel Entspannungstechniken oder beruhigende Musik. Direkt vor einem Eingriff können angstlösende Medikamente sinnvoll sein – auch wenn ambulant operiert wird.

UPD-Tipp: Überstürzen Sie die Entscheidung für oder gegen eine Operation nicht. Sprechen Sie mit Freunden und Angehörigen über Ihre Situation und lassen Sie sich beraten. Vor allem sollte man seinen Arzt offen alles fragen, was einem auf dem Herzen liegt. In jedem Fall dürfen Sie ihn auch ein zweites Mal aufsuchen oder sich eine ärztliche Zweitmeinung einholen.

Weitere Informationen zu den Themen Angst vor Operationen und Grauer Star finden Betroffene beim IQWiG unter: www.gesundheitsinformation.de.

Die Kontaktdaten der UPD in Hannover finden Sie hier. Träger der Beratungsstelle in ist der SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V.




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