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Omega-3-Fettsäuren: Kein Schutz vor Herzinfarkt

Sind Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren gut fürs Herz? Eine Untersuchung zeigt: Vor Herzinfarkten und anderen Folgen einer koronaren Herzkrankheit schützen sie nicht. Hierfür gibt es wirksame Medikamente. In der Werbung wird ihnen eine günstige Wirkung auf Herz und Kreislauf zugeschrieben: Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren.

"Ratsuchende mit einer Herzerkrankung hoffen daher oft, dass die Mittel ihnen einen zusätzlichen Schutz bieten", sagt Elke Gravert von der hannoverschen Beratungsstelle der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). "Viele nehmen bereits Medikamente, wollen aber nichts unversucht lassen."

So erging es auch Markus M. Vor zwei Jahren spürte er immer öfter Schmerzen und Beklemmungen in der Brust, vor allem nach dem Essen und körperlicher Anstrengung. Die Diagnose: Eine sogenannte koronare Herzkrankheit – die Folge einer Verengung der Herzkranzgefäße, auch Arteriosklerose oder Gefäßverkalkung genannt. 

Der Arzt verschrieb dem 63-jährigen mehrere Medikamente. Diese verzögern eine weitere Gefäßverengung und mindern das Risiko von Folgeerkrankungen wie Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und Herzinfarkt. Heute geht es Herrn M. deutlich besser. Sein Blutdruck und seine Blutfettwerte haben sich stabilisiert. Das Rauchen hat er aufgegeben, und er macht sogar bei einer Herzsportgruppe mit. Doch die Sorgen vor einem Infarkt bleiben. Er wendet sich an die UPD und fragt, ob er mit Omega-3-Kapseln vorbeugen kann.

"Leider müssen wir Betroffene an dieser Stelle enttäuschen", sagt Beraterin Gravert. "Denn Omega-3-Fettsäuren bieten keinen zusätzlichen Schutz für das Herz." Das habe erst kürzlich eine wissenschaftliche Analyse gezeigt, in der mehrere Studien mit insgesamt 20.000 Herzpatienten ausgewertet wurden. Das Ergebnis: Von 1000 Menschen, die bis zu fünf Jahre regelmäßig ein Omega-3-Produkt genommen hatten, bekamen 147 eine Folgeerkrankung. Von 1000 Menschen, die zum Vergleich ein Produkt ohne Wirkstoff (Placebo) erhalten hatten, erkrankten genau so viele. 

Gravert: "Es macht also keinen Unterschied, ob man Omega-3-Fettsäuren einnimmt oder nicht." Hingegen sei bei verschiedenen Medikamenten nachgewiesen, dass sie das Infarktrisiko erfolgreich verringern. „Hilfreich kann auch eine gesunde Lebensweise sein", erklärt die UPD-Beraterin. Rauchen zum Beispiel sei neben dem Alter der bedeutsamste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

UPD-Tipp: Fragen zu Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln beantwortet der UPD-Arzneimittelberatungsdienst unter Tel. 0351/458 50 49.

Hier erfahren Sie mehr über die UPD-Beratungsstelle in Hannover, deren Träger der SoVD in Niedersachsen ist.

 

 

 

 




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