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Vor der OP: Anspruch auf Aufklärung

Patienten sind oft unsicher, welche Fragen sie vor einer Operation stellen sollten und was der Arzt ihnen beantworten muss. Das neue Patientenrechtegesetz stärkt die Position der Betroffenen.

„Vor der Entscheidung zu einer Operation sollte man sich gut informieren, warum operiert werden muss und welche Risiken damit verbunden sind", sagt Elke Gravert von der hannoverschen Beratungsstelle der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Unterstützung erhalten Betroffene dabei durch das Patientenrechtegesetz, das seit Anfang 2013 in Kraft ist. Es regelt unter anderem die Informations- und Aufklärungspflichten des Arztes vor, während und nach einer Behandlung. 

Hilfreich ist diese Regelung besonders für unsichere Patienten wie Paul B., der seit langer Zeit starke Rückenschmerzen hat. Die Diagnose: Bandscheibenvorfall. Nun soll der 37-Jährige operiert werden. Doch er macht sich Sorgen, dass sein Arzt ihm nicht alles erklärt oder dass er bestimmte Sachverhalte nicht versteht. Patientenberaterin Gravert: „Der Arzt muss nach dem Gesetz umfassend und vor allem verständlich darüber informieren und aufklären, was für die Behandlung wichtig ist." Das beinhalte alles von der Diagnose und Therapie über die möglichen Folgen und Risiken bis hin zu alternativen Behandlungsmethoden und Kosten, die der Patient selbst tragen muss.

„Die Betroffenen können und sollten den Arzt fragen, was Ihnen wichtig erscheint", sagt Gravert. Am besten sei es, sich die Fragen vorher aufzuschreiben und eine vertraute Person zum Gespräch mitzunehmen. Diese könne im Zweifel die Fragen stellen, wenn man selbst zu aufgeregt ist. Außerdem empfiehlt die UPD-Beraterin, sich vor einer Operation ausreichend Bedenkzeit zu nehmen, wenn kein Notfall vorliegt. Gravert: „Und bei offen gebliebenen Fragen kann man den Arzt auch ruhig ein zweites Mal aufsuchen."

UPD-Tipp: Weitere Informationen zum Patientenrechtegesetz bietet die Broschüre „Patientenrechte – Ärztepflichten" der Bundesarbeitsgemeinschaft der PatientInnenstellen und -Initiativen (BAGP) unter www.bagp.de.

Hier erfahren Sie mehr über die UPD-Beratungsstelle in Hannover, deren Träger der SoVD in Niedersachsen ist.

 




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