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Krampfadern – entfernen oder veröden?

Meist machen Krampfadern keine großen Probleme und sind eher eine kosmetische Frage. Bei Schmerzen oder anderen Beschwerden geht man jedoch besser zum Arzt. Studien zeigen, welche Behandlung wirkt.

Am besten lassen sich Krampfaderbeschwerden durch ein Entfernen der betroffenen Blutgefäße lindern. Schmerzen nehmen nach der Operation bei 49 von 100 Patienten ab, das zeigen verlässliche wissenschaftliche Studien. „Schon der Gedanke an eine Operation ist vielen Menschen aber unangenehm“, sagt Elke Gravert von der hannoverschen Beratungsstelle der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).

Veröden: Nicht von Dauer

Eine Alternative zur Operation ist das Veröden der Krampfadern. Sie schneide bei der wissenschaftlichen Bewertung jedoch deutlich schlechter ab, so Gravert. Man erhole sich zwar schneller als nach einer Entfernung der Krampfadern. Dafür seien die langfristigen Ergebnisse nicht so gut. Am schlechtesten sind die Resultate nach einer klassischen Behandlung mit Stützstrümpfen, Hochlagern der Beine und mehr Bewegung. Hier nehmen die Schmerzen nur bei 7 von 100 Betroffenen ab.

Angst vor Operation

Entfernen oder veröden lassen – für die 67-jährige Hertha Müller eine schwere Entscheidung. Sie leidet unter ausgeprägten Krampfadern und hat oft schmerzende Beine. Seit Jahren trägt sie Stützstrümpfe, aber mit wenig Erfolg. Vor allem an warmen Tagen sind sie lästig. Eine Operation macht Frau Müller Angst, andererseits möchte sie endlich keine Schmerzen mehr haben

Schon bei leichten Symptomen zum Arzt

„Komplikationen wie Infektionen, Schmerzen und Blutungen sind beim Entfernen von Krampfadern eher selten", so Gravert. Sie treten in ungefähr 16 von 100 Fällen auf, sind aber in der Regel nicht schwerwiegend. Sehr wichtig für die Entscheidung, ob und wie Krampfadern behandelt werden, sei zudem der genaue Befund, ergänzt die Patientenberaterin. Zum Arzt gehen sollte man spätestens bei Anzeichen für ein ernsthaftes Problem – etwa bei Geschwüren, offenen Wunden oder starken Schwellungen an den Beinen. Sinnvoll könne eine Behandlung aber auch schon bei leichteren Symptomen wie Krämpfen, Schweregefühl oder Hautverfärbungen sein.

Unters Messer oder chemische Substanz?

Operativ entfernt werden Krampfadern meist durch ein „Venenstripping“. Hier wird die ganze betroffene Vene durch einen größeren Schnitt in der Leiste herausgezogen. Sehr verbreitet ist auch das Verfahren der „Phlebektomie“. Dabei entfernt man das Gefäß Stück für Stück durch kleine Hautschnitte entlang der Vene. Beim Veröden der Krampfadern, der sogenannten „Sklerotherapie“, kommt eine chemische Substanz zum Einsatz, die in die betroffenen Gefäße gespritzt wird und sie verschließt.

UPD-Tipp: Weitere Informationen zu Krampfadern und den genannten Studien bietet die Internetseite www.gesundheitsinformation.de vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Die UPD erreichen Ratsuchende regional in 21 Beratungsstellen und bundesweit am Telefon unter 0800 0 11 77 22 (kostenfrei im deutschen Festnetz).

Hier erfahren Sie mehr über die UPD-Beratungsstelle in Hannover, deren Träger der SoVD in Niedersachsen ist.




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