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Nach dem Schlaganfall: SoVD kämpft für Reha

So hatte sich der 40-jährige Elektromeister Fabian S. seine Zukunft nicht vorgestellt: Obwohl er immer gesund gelebt hatte, erlitt er einen schweren Schlaganfall und konnte auf einmal nicht mehr sprechen. Eine neurologische Rehalibitation war dringend notwendig - die Krankenkasse lehnte diese jedoch ab. Ratsuchend wandte sich Fabian S. daraufhin an das SoVD-Beratungszentrum in Osterholz-Scharmbeck. 

Dabei hatte das SoVD-Mitglied schon einen langen Weg durch den Behördendschungel hinter sich. Zunächst hatte ihn seine Krankenkasse aufgefordert, den Reha-Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung zu stellen. Das tat er auch und wurde von einem Gutachter untersucht.

Wer ist für was zuständig?

Dieser stellte jedoch fest, dass Fabian S. aufgrund der erheblichen Sprachstörungen und der nach einem Schlaganfall nicht seltenen Konzentrationsstörungen eine zeitlich befristete Erwerbsminderungsrente bekommen sollte. Das Problem: Die Rentenversicherung war damit nicht mehr für den Antrag zuständig, sondern wieder die Krankenkasse.

Zusammen mit seiner Frau wandte sich Fabian S. daraufhin an den SoVD. Die Leiterin des Osterholzer Beratungszentrums Claudia Ostwald riet ihm dringend dazu, den Antrag auf eine teilstationäre Reha-Maßnahme zu stellen.

„Gerade nach einem Schlaganfall ist es wichtig, Bewegungsabläufe, Konzentration die Sprache mit professionellen Übungen, Ergotherapie und Logopädie wieder einzuüben. Mit einer Reha können oft große Fortschritte erzielt werden“, erläutert die Sozialberaterin. Die Krankenkasse sah das jedoch anders und lehnte den Antrag des Elektromeisters ab.

Wieder wandte sich das Ehepaar an den SoVD. Es konnte doch nicht sein, dass sich ein intelligenter Mann sich aufgrund eines Schlaganfalls nur noch in Einwortsätzen verständlich machen konnte und die Krankenkasse die Hilfe verweigert! Das sah Claudia Ostwald genau so und überzeugte die Kasse im Widerspruchsverfahren davon, die Kosten für die Reha zu übernehmen.

Verlängerung abgelehnt

Doch auch als das SoVD-Mitglied die Reha-Maßnahme verlängern wollte, stellte sich die Krankenkasse quer. Die Begründung: Weitere Erfolge würden durch eine längere Behandlung nicht eintreten. Fabian S., der sich inzwischen wieder mit einfachen Sätzen und „Händen und Füßen“ verständigen konnte, suchte erneut empört das Beratungszentrum auf. Die Sozialberaterin wertete die Unterlagen der Ärzte aus und machte ihm Mut, erneut ein Widerspruchsverfahren über den SoVD zu führen. Ihrer Meinung nach sei deutlich ersichtlich, dass S. große Fortschritte gemachte hatte und die Therapeuten aufgrund des disziplinierten und motivierten Verhaltens auch noch weitere gesundheitliche Verbesserungen erwarteten.

Mittlerweile hat die Krankenkasse auch diesem Widerspruch des SoVD stattgegeben und die Reha-Verlängerung genehmigt. Damit kann Fabian S. jetzt weiter daran arbeiten, seine Sprache und Bewegungsfähigkeit wieder vollständig zurückzuerlangen und trotz des Schlaganfalls sein Leben wieder selbstständig zu meistern.

Der SoVD-Landesverband berät seine Mitglieder in ganz Niedersachsen rund um die Themen Gesundheit, Behinderung, Rente, Pflege und Hartz IV. Wo sich das Beratungszentrum in Ihrer Nähe befindet, erfahren Sie hier.




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