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Vorsicht bei Blutverdünnern

Viele Menschen nehmen Blutverdünner, um einem Schlaganfall oder Herzinfarkt vorzubeugen. Doch dabei ist Vorsicht geboten. Denn andere Medikamente und sogar Nahrungsmittel können die Wirkung erheblich beeinflussen.Rund 19 Millionen Rezepte für Blut verdünnende Mittel werden jährlich in Deutschland ausgestellt. Das zeigt der Arzneiverordnungsreport 2013. Die Einnahme ist nicht ohne Risiko, denn die Wirkung kann von den Betroffenen unwissentlich verstärkt oder abgeschwächt werden. „Die Folgen reichen von einer erhöhten Gefahr für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt bis hin zu inneren Blutungen“, sagt Dr. Lisa Goltz vom Arzneimittelberatungsdienst der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Zu beachten sind je nach Blutverdünner mögliche Wechselwirkungen mit Schmerzmitteln, frei verkäuflichen Arzneien oder bestimmten Gemüsesorten.

Der Klassiker unter den Blutverdünnern ist der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS), der etwa in Aspirin enthalten ist. Er sollte nicht gleichzeitig mit dem Schmerzmittel Ibuprofen eingenommen werden, weil sonst die Blut verdünnende Wirkung abnimmt. Häufig werden auch Mittel verschrieben, die Vitamin K hemmen und so die Bildung von Blutgerinnseln verhindern. Ihre Wirkung wird von Johanniskrautpräparaten sowie Gemüse herabgesetzt, das selbst viel Vitamin K enthält, etwa Blattsalat, Spinat, Brokkoli und einige Kohlsorten. „Davon sollte man dann entsprechend weniger zu sich nehmen“, sagt Goltz. „Eine einfache Lösung – aber die hilft natürlich nur, wenn die Betroffenen das Problem auch kennen.“

Gerade bei Konsumenten von ASS und Vitamin-K-Hemmern scheint dieses Risikobewusstsein jedoch nicht sehr groß zu sein. „Viele Menschen, die bei uns anrufen, nehmen diese Mittel ein – aber Fragen dazu sind eher selten“, so Goltz. Bei neueren Präparaten zur Gerinnungshemmung, die zunehmend auch verschrieben werden, sähe das anders aus. Goltz: „Hier ruft jeder zweite gezielt wegen seinem Mittel an.“ Dabei sind gerade bei diesen neueren Medikamenten bislang keine Wechselwirkungen mit Lebensmitteln und frei verkäuflichen Arzneien bekannt.

„Wer dauerhaft Medikamente einnimmt, sollte sich möglicher Wechselwirkungen bewusst sein“, erklärt die UPD-Beraterin. So empfehle es sich, immer eine Liste mit den persönlichen Arzneien für Notsituationen bei sich zu haben. Goltz: „Außerdem sollte man die eigenommenen Mittel regelmäßig auf Wechselwirkungen prüfen lassen – vor allem beim Austausch von Präparaten.“ Neben Ärzten oder Apotheken macht das der UPD-Arzneimittelberatungsdienst kostenfrei unter Tel. 0800 0 11 77 25.




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