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Krankenkassen tragen Festbeträge für Hilfsmittel

Krankenkassen tragen Festbeträge für Hilfsmittel

Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung haben einen Anspruch auf Versorgung mit Hilfsmitteln, wie z. B. Hörhilfen, Körperersatzstücken, Rollstühle oder Gehhilfen.

 

Wenn für diese Hilfsmittel ein sogenannter Festbetrag festgelegt wurde, trägt die Krankenkasse auch nur die Kosten bis zur Höhe diese Betrages. Darüber hinaus können Krankenkassen Verträge mit einzelnen Lieferanten zu niedrigeren Preisen bei gleicher Qualität abschließen und den Leistungsanspruch auf die Höhe der Durchschnittspreise des unteren Preisdrittels der vertraglich vereinbarten Preise begrenzen.

 

Diese Begrenzung gilt allerdings nur in den Fällen, in denen Versicherte das Hilfsmittel zu diesem Durchschnittspreis auch in zumutbarer Weise zur Verfügung gestellt werden kann. Die Zumutbarkeit hängt insbesondere von der Art des Hilfsmittels und dem damit verbundenen individuellen Anpassungs- und Beratungsbedarf ab. So ist z. B. bei Prothesen eine Zumutbarkeit nur bei Wohnortnähe anzunehmen.

 

Die Wahlfreiheit wird dadurch nicht eingeschränkt. Wird allerdings ein Hilfsmittel oberhalb des Durchschnittspreises in Anspruch genommen, hat der Versicherte die Differenz zwischen dem Durchschnittspreis und dem Abgabepreis des Lieferanten als zusätzlichen Eigenanteil zu zahlen.

 

Die Krankenkassen sind daher verpflichtet, sowohl Versicherte als auch die zugelassenen Leistungserbringer über die vereinbarten Preise zu unterrichten, damit insbesondere Versicherte über den Umfang der Kassenleistung sowie über einen gegebenenfalls zu zahlenden Eigenanteil informiert sind wie aber auch über die Lieferanten, die Hilfsmittel zum vereinbarten Preis abgeben. Damit wird Versicherten die Möglichkeit gegeben, über den Eigenanteil hinausgehende Zuzahlungen bei gleicher Qualität einzusparen.

 

Im Ergebnis heißt dies: Vorheriges informieren sichert uneingeschränkte Leistungspflicht ohne Sonderzuzahlung bei gleicher Qualität.

 

(W. Mickelat)




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