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Geringe Rente bei Frauen: SoVD-Frauen wollen für Probleme sensibilisieren

Gemeinsam die Frauenarbeit in Niedersachsen gestalten und einen Aktionsplan für die Arbeit vor Ort zu erarbeiten – das stand im Mittelpunkt des 3. SoVD-Frauenforums. Alle Kreisfrauensprecherinnen waren eingeladen, diesen Prozess mit anzustoßen und sich mit der Chancengleichheit von Frauen in Job und Rente zu befassen.

Den Impuls für die sich anschließenden Arbeitsgruppen gab Dr. Judith Kerschbaumer, Leiterin des Bereichs Sozialpolitik bei der Gewerkschaft ver.di. Sie erläuterte, wie die gesetzliche Rentenversicherung funktioniert und zeigte am Beispiel der Rente ab 63 und der Mütterrente, was das Rentenpaket den Frauen wirklich bringt. Sie machte deutlich: Die Rente ist das Spiegelbild unseres Erwerbslebens. Die Höhe der Altersrente ist von der Höhe und der Dauer der eingezahlten Rentenversicherungsbeiträge im Erwerbsleben abhängig. Zwanzig Jahre mit einem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro bei Vollzeit bringen nur eine Rente von rund 300 Euro. Sozial nicht bzw. ungenügend abgesicherte Jobs, (unfreiwillige) Teilzeit und ein geringes Entgelt führen zu geringen Alterseinkommen in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Hinzu kommt noch eine deutlich verkürzte Versicherungsdauer. Lediglich 15 Prozent Frauen, haben die Rente für besonders langjährig Versicherte mit 45 Jahren Wartezeit in Anspruch genommen. 85 Prozent waren Männer. Laut Kerschbaumer lässt sich aus heutiger Sicht feststellen, dass deutlich mehr Männer als Frauen die Vorteile der abschlagsfreien Rente mit/ab 63 genießen werden. Viele Aspekte sind reformbedürftig, um Frauen eine eigenständige Existenzsicherung – sowohl im Erwerbsleben als auch im Alter - zu ermöglichen. Frauen brauchen faire Erwerbsbedingungen, prekärer Beschäftigungen wie Minijobs müssen zurückgedrängt und Familie und Beruf vereinbar sein.

In den anschließenden Arbeitsgruppen haben die Forumsteilnehmerinnen Maßnahmen entwickelt, um das Thema landesweit voranzutreiben. Frauen und Mädchen sollen verstärkt sensibilisiert, aufgeklärt und informiert werden. Ein Aktionsplan nennt die nächsten Schritte und ein Werkzeugkasten die Methoden, um die Aktionen erfolgreich vor Ort umzusetzen. Es kommt Bewegung in die Frage, ob Frauen mehr verdient haben.

  • Hier gelangen zu den Impressionen des 3. SoVD-Frauenforums
  • Vortrag von Dr. Judith Kerschbaum als pdf-Dokument
  • Artikel aus "Soziale Sicherheit" 3/2015: Was bringen die aktuellen Reformen den Frauen?




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