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Pressemitteilung vom 3. Dezember 2015

Hannover

Betreuungsvereine vor dem Aus: Zu wenig Geld, zu viel Arbeit

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen sieht das wichtige soziale System der Betreuungsvereine in Gefahr. „Seit 2005 sind die Vergütungen in diesem Bereich nicht mehr erhöht worden, obwohl immer mehr Fälle zu bearbeiten sind“, kritisiert Landesvorsitzender Adolf Bauer. Dadurch arbeite die Branche am Limit: „Es besteht die Gefahr, dass nicht genug Zeit bleibt, ehrenamtliche Betreuer zu akquirieren, was eine wichtige Aufgabe der Betreuungsvereine ist“, meint auch Dirk Kortylak, stellvertretender SoVD-Landesgeschäftsführer und Vorsitzender des Celler SoVD-Betreuungsvereins.

Betreuungsvereine befänden sich in einem Dilemma: Der zeitliche Betreuungsbedarf im Einzelfall werde in der Vergütungsstruktur nicht ausreichend bedacht. Weder Tariferhöhungen noch steigende Sachkosten würden bei der Vergütung berücksichtigt. Hierfür sei eine Änderung des Betreuungsgesetzes notwendig, fordert Bauer.

Das Ergebnis einer vom Bundesjustizministerium beschlossenen Erhebung zur „Qualität in der rechtlichen Betreuung“ komme in 2018 für die Betreuungsvereine zu spät. „Wir brauchen eine sofortige Erhöhung der Stundensätze für beruflich geführte rechtliche Betreuungen“, so Kortylak.

Durchschnittlich stünden für die Arbeit pro Betreuungsfall drei Stunden im Monat zur Verfügung, die nach dem Betreuer- und Vormündervergütungsgesetz mit 44 Euro pro Stunde vergütet werden – das sei schon lange nicht mehr kostendeckend. Die Folge sei, dass Vereinsbetreuer immer mehr Betreuungen führen müssten und nicht einmal die Zeit aufbringen könnten, ehrenamtliche Betreuer anzuwerben, was eigentlich eine wichtige Aufgabe der Betreuungsvereine ist, beschreibt Kortylak.




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