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Mit dem Haustier ins Pflegeheim

Von seinem geliebten Haustier getrennt zu sein, ist für viele Menschen unvorstellbar. Denn gerade für Alleinstehende sind die Tiere oft wie ein Familienmitglied und ein wichtiger Ruhepol. Schwierig wird es deshalb dann, wenn Mensch und Tier sich trennen müssen – etwa aufgrund eines Krankenhausaufenthaltes oder des Umzugs in ein Pflegeheim. Das Problem: Im Krankenhaus sind Tiere verboten, in Pflegeheimen wird individuell entschieden, ob das Tier mitgebracht werden kann. Allerdings belegen Studien, dass Haustiere gerade Senioren guttun. Deshalb setzt sich die SoVD-Jugend in Niedersachsen dafür ein, dass Kleintiere, Katzen und Hunde generell in Pflegeheimen und unter bestimmten Voraussetzungen in der Klinik erlaubt sein sollten.

Ein Beispiel, dass Tiere den Bewohnern guttun, ist Luise Dejoks. Die 90-Jährige lebt in einem Pflegeheim in Hannover-Kleefeld. Seit einiger Zeit kümmert sich die Tierliebhaberin um eine Katze, die ihr zugelaufen ist. „Tiere bereichern das Leben. Es sollte definitiv mehr Pflegeeinrichtungen geben, die das erlauben“, findet Dejoks.

Das sieht auch Kerstin Koch von der niedersächsischen SoVD-Jugend so: „Natürlich müssen bestimmte Voraussetzungen – wie etwa Hygienevorschriften – erfüllt werden. Und die Halter müssen sich natürlich noch selbst um die Tiere kümmern können.Wenn das allerdings gegeben ist, wüsste ich nicht, was gegen Haustiere im Pflegeheim spräche.“ Es sei ja bekannt, dass das Zusammensein mit Tieren gegen Depressionen helfe und für mehr Lebensfreude sorge.

Bestätigt wird das unter anderem durch das sogenannte Wellensittich-Experiment. Dabei haben sich Senioren acht Wochen lang um einen Vogel gekümmert. Die Studie zeigt, dass der Kontakt mit Wellensittichen positive Auswirkungen auf Körper und Geist der Senioren hat. Ganz konkret: 95 Prozent der Probanden haben sich weniger einsam gefühlt, und die meisten von ihnen gaben an, viel energiegeladener zu sein.

„Die Studie und das Beispiel von Frau Dejoks zeigen ganz deutlich, dass Tiere gute Begleiter in Pflegeheimen sind“, fasst Koch zusammen. Leider hätten SoVD-Recherchen ergeben, dass immer noch zu wenige Einrichtungen eigene Tiere erlauben oder zumindest Aktionen mit ihnen anbieten. „Dabei wäre es so einfach, für mehr Lebensfreude und Beschäftigung zu sorgen“, findet Koch.

Eine Liste von Pflegeheimen, in denen auch Tiere willkommen sind, gibt es beim Bundesverband Tierschutz (bv-tierschutz(at)t-online.de, 02841/25244).

Saskia Heuck/Flora Patzke




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