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Arbeitsfrühstück zu Frauen- und Kinderarmut

Mit der Ausstellung „Ohne Arbeit kein Vergnügen“ eröffneten die Frauen im SoVD Niedersachsen am 29. Mai ihr viertes Frauenfrühstück. Rund 50 Teilnehmerinnen folgten der Einladung nach Hannover. Darunter waren die niedersächsischen SoVD-Kreisfrauensprecherinnen, die frauenpolitischen Sprecherinnen aus den Landtagsfraktionen von SPD, Ulla Groskurt, und Bündnis 90 / Die Grünen, Elke Twesten, sowie Vertreterinnen anderer Verbände.

Im Mittelpunkt des Frühstücks stand neben dem Thema Netzwerken der Vortrag von Evelyn Schuckhardt. Sie hatte 1997 die Ausstellung zusammen mit dem Verein Donna 45 und dem Zentrum für Frauen-Geschichte in Oldenburg konzipiert. „Und obwohl seitdem zehn Jahre vergangen sind“, sagt Schuckhardt, „ist das Thema Frauen- und Kinderarmut aktueller denn je“. Der Abbau von sozialen Leistungen - und damit die Verschlechterung der Lebensbedingungen - habe in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zugenommen. Besonders Kinder seien nach Untersuchungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes die Verlierer von Hartz IV, da das Leistungsniveau des Sozialgeldes nach dem SGB II geringer ist als das der früheren Sozialhilfe mit Regelsatz und den zusätzlichen einmaligen Leistungen.

An Zahlen machte Schuckhardt deutlich, was die Gesellschaft als sozial-kulturelles Existenzminium für Kinder und Jugendliche definiert. Mit Einführung der Hartz IV-Gesetze seien zum Beispiel die Regelsätze für Schulkinder erheblich gesenkt worden. 2005 sei der Satz der 7- bis 14-Jährigen zudem von 65 auf 60 Prozent des Eckregelsatzes gekürzt worden. Wäre er bei 65 Prozent geblieben, würde er heute 226 Euro betragen, nicht 208 Euro. Auch waren vor Hartz IV die Zahlungen für Schulkinder von (7 bis 14 Jahre) knapp ein Drittel höher als die für Säuglinge. Heute bekommen 7 bis 14-Jährige genauso viel wie Säuglinge. „Wir sehen hier erheblichen Handlungsbedarf. Diesen Punkt werden wir auf jeden Fall weiterhin in Gesprächen mit den frauenpolitischen Sprecherinnen der Landtagsfraktionen erörtern“, sagt die stellvertretende Landesfrauensprecherin Katja Krüger.

Die Ausstellung „Ohne Arbeit kein Vergnügen“ ist noch bis zum 10. Juni im Sozialinformationszentrum des SoVD-Hauses Hannover (Herschelstr. 31) zu sehen. Sie bietet den SoVD-Kreisfrauensprecherinnen eine hervorragende Basis, um auch vor Ort mit der Politik und anderen Verbänden in den Dialog zu treten. Die Ausstellung ist beim Zentrum für Frauen-Geschichte e.V. in Oldenburg (Tel.: 0441 – 776990) gegen Gebühr ausleihbar.




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