Resolution legt Richtlinien für die kommenden Jahre fest
Neben den Vorstandswahlen standen Vorträge und Foren auf dem Programm der zweitägigen Landesjugendkonferenz. Die Delegierten und Gäste aus ganz Niedersachsen nutzten die Veranstaltung zur sozialpolitischen und innerverbandlichen Orientierung.
Der niedersächsische Landesbehindertenbeauftragte Karl Finke referierte unter anderem über die „Integration von Menschen mit Behinderungen auf europäischer Ebene“ und das Europäische Forum der Menschen mit Behinderungen (EuFoMB), das vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde. Das Forum soll auf Anregung der integ nun wieder aktiviert werden, um eine europaweite Stimme für Menschen mit Behinderungen, für ihre Mitspracherechte, Integration und Mitbestimmung zu sein. Finke machte deutlich, dass die Vernetzung innerhalb Europas zunehmend an Bedeutung gewinnt, da immer mehr Entscheidungen auf europäischer Ebene getroffen werden.
Weiterer Gastredner war der Leistungssportkoordinator des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen (BSN), Anthony Kahlfeldt, der die Präsentation seines Verbandes als lebendiges Diskussionsforum gestaltete. Abschließend stellte Kahlfeldt den Zuhörern Ehrengast Malte Schneeberg vor, der sich beim BSN auf die Paralympics und andere Wettkämpfe vorbereitet. Schneeberg, der von integ und SoVD unterstützt wird, ist bereits Vizejuniorenweltmeister im Rollstuhlschnellfahren und hat kürzlich den zweiten Platz bei der Wahl zum niedersächsischen Behindertensportler des Jahres belegt.
Am letzten Konferenztag wurden die eingereichten sozialpolitischen Anträge und Organisationsanträge besprochen. Ihre Inhalte wurden in der Abschluss-Resolution aufgegriffen, welche die zukünftigen Arbeits- und Themenschwerpunkte der integ Niedersachsen festhält. Kernpunkte sind Forderungen nach einer vermehrten Schaffung von Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst und die Schaffung von Qualifizierungsmaßnahmen für Menschen mit Behinderungen und geringqualifizierte sowie Forderungen nach integrativen Kindergärten und einer integrativen Beschulung. Des Weiteren fordern die Delegierten die Aufstockung der Pauschbeträge nach dem SGB IX und setzen sich für eine sorgfältige Überprüfung der Praxisgebühren ein. Handlungsbedarf sieht die integ-Jugend auch beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und fordert daher die Landesregierung auf, ausreichende finanzielle Mittel bereitzustellen, um den ÖPNV zumindest auf dem bisherigen Niveau sicher zu stellen. Nach einer erfolgreichen Landesjugendkonferenz wird die integ nun ihre Arbeit mit frischem Schwung weiterführen.