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Arm trotz Vollzeitjob

16.01.2009

In Deutschland droht fünf Prozent der Beschäftigten trotz Vollzeitjob ein Leben unterhalb der Armutsgrenze. Das geht aus einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. 1999 lag die Zahl noch bei drei Prozent. Der Untersuchung zufolge gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens zur Verfügung hat.

2006 lag das mittlere Nettoeinkommen bei 837 Euro monatlich für Alleinerziehende, für ein Paar mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 1.758 Euro im Monat. Gründe für die steigende Zahl an Geringverdienern sind laut IAB-Forschern schlechtere Bedingungen für Geringqualifizierte, immer weniger Tarifbindung und ein Anstieg von Dienstleistungsbranchen, in denen oftmals Niedriglöhne bezahlt würden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der SoVD Niedersachsen verstärkt auf die sich weiter verschlechternden sozialen Verhältnisse in Niedersachsen hingewiesen und forderte eine jährliche Berichterstattung der Landesregierung zur Armutssituation. „Wir brauchen einen echten Armutsbericht im Sinne der Berichterstattung der Bundesregierung. Die Veröffentlichung in Niedersachsen geschieht bisher für die Öffentlichkeit kaum wahrnehmbar", sagte SoVD-Landesvorsitzender Adolf Bauer. Bisher gebe es lediglich einen Ansatz zur Information, da der Bericht in den Statistischen Monatsheften versteckt sei. „Diese Erkenntnisse müssen regelmäßig und öffentlich wahrnehmbar vorliegen, damit eine breit angelegte Diskussion erfolgen kann. Nur so sind weitere Fehlentwicklungen und eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich zu verhindern“, erläuterte Bauer.




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