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Geringverdiener verzichten eher auf Arztbesuch

29.01.2009

Chronisch Kranke mit einem geringen Einkommen verzichten aufgrund der Praxisgebühr eher auf einen Arztbesuch als Patienten mit einem höheren Einkommen. Dies belegt jetzt eine Studie der Helmholtz-Gesellschaft und der Bertelsmann-Stiftung. Dauerhaft erkrankte Menschen mit einem monatlichen Einkommen bis 600 Euro verschieben oder vermeiden demnach wegen der zehn Euro zweieinhalbmal öfter einen Arztbesuch als Menschen, die monatlich über mehr als 2.400 Euro verfügen.

Der repräsentativen Untersuchung zufolge sei dies ein klarer Hinweis darauf, dass die Praxisgebühr ihre Steuerungsfunktion in erster Linie bei Ärmeren entfalte. Die Zuzahlung wird seit 2004 in den Arztpraxen ein Mal im Quartal fällig und sollte darauf hinwirken, dass „unnötige“ Arztbesuche vermieden werden. Die Auswertung der Untersuchung belegt nun erstmals, dass es vor allem bei chronisch Kranken vom Einkommen abhängt, ob sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Diese Entwicklung sei besonders problematisch, da gerade Menschen mit einem geringen Einkommen oftmals hohen körperlichen Belastungen ausgesetzt sind und dadurch häufiger erkranken.

Die Studie der Helmholtz-Gesellschaft und der Bertelsmann-Stiftung basiert auf Daten des Bertelsmann-Gesundheitsmonitors, für den von 2004 bis 2006 etwa 7.800 Männer und Frauen im Alter von 18 bis 78 Jahren befragt wurden.




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