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Hohe Mieten: Soziale Spaltung vertieft sich

Die Mietpreisentwicklung vertieft die soziale Spaltung in der Gesellschaft dramatisch. Das zeigt ein Gutachten, das der SoVD-Bundesverband am 25. Oktober vorgestellt hat. Insbesondere Alleinerziehende, Rentner und Menschen mit Migrationshintergrund sind demnach besonders benachteiligt. Niedersachsens größter Sozialverband sieht jedoch nicht nur dringenden Handlungsbedarf bei der Schaffung von neuem Wohnraum, sondern auch bei der Neustrukturierung von Leistungen wie Wohngeld, Sozialhilfe und Hartz IV.

In Deutschland wird Wohnen immer teurer, es mangelt an bezahlbarem Wohnraum. Davon betroffen sind vor allem arme, junge und alte Haushalte. Der SoVD hat jetzt ein Gutachten vorgestellt, das zeigt, dass die Situation noch dramatischer ist als gedacht: Bislang wurde davon ausgegangen, dass in den Großstädten noch mehr als 1,9 Millionen Wohnungen fehlen. Laut der SoVD-Studie ist diese Zahl noch immer zu niedrig angesetzt.

„Die Politik hat das Problem viel zu lange ignoriert. Mittlerweile ist es so groß und komplex geworden, dass große Kraftanstrengungen nötig sind, um gegenzusteuern“, sagt Adolf Bauer, Vorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Neben der Schaffung von mehr Sozialwohnungen und der Anhebung der Bindungsfrist auf 30 Jahre, müssten Regelungen eingeführt werden, damit Kommunen Bauland nicht mehr zu Höchspreisen verkaufen. „Um insbesondere arme Menschen schnell zu entlasten, muss das Wohngeld erhöht und vor allem dafür gesorgt werden, dass mehr Betroffene davon profitieren“, fordert Bauer. Auch bei Sozialhilfe- und Hartz-IV-Leistungen müsse nachgebessert werden. „In der derzeitigen Situation kann es nicht sein, dass die Kommunen nur die angemessenen Miet- und Heizkosten übernehmen. Sie müssen das zahlen, was tatsächlich anfällt“, so der SoVD-Chef. Die Politik in Niedersachsen müsse jetzt schnell handeln und mit entsprechenden Regelungen versuchen, die verlorene Zeit aufzuholen. „Wir werden unsere Forderungen auch in das ‚Bündnis für bezahlbares Wohnen‘ einbringen“, kündigt Bauer an.

Das Gutachten ist unter www.sovd.de/guteswohnen abrufbar.




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