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Gut gemacht!Für mehr soziale Teilhabe und Generationengerechtigkeit

Die SoVD-Ortsverbände Wietmarschen und Lohne setzen sich für die Einrichtung einer Seniorenvertretung in der Gemeinde Wietmarschen ein. Damit sollen ältere Bürger*innen künftig stärker in politische sowie verwaltungsbezogene Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Der Vorstoß des SoVD ist wichtig, da die Notwendigkeit einer solchen Vertretung in der Gemeinde noch nicht erkannt wird.

Die Bedürfnisse älterer Menschen sind vielfältig. Und eine Seniorenvertretung kann dafür sorgen, dass diese Perspektiven nicht übersehen werden, sondern aktiv in Entscheidungen vor Ort einfließen. Sie bietet eine feste Anlaufstelle, um die Interessen älterer Menschen sichtbar zu machen und den Dialog zwischen Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit zu stärken. Dabei kann es beispielsweise um Themen wie barrierefreies Wohnen, Mobilität oder soziale Teilhabe gehen. „Seniorinnen und Senioren machen einen bedeutenden Teil der Bevölkerung unserer Gemeinde aus. Ihre Erfahrungen und Anliegen sind wertvoll und sollten in die kommunale Entwicklung einfließen“, betont Georg Auclair, Vorstandsmitglied des Ortsverbands Wietmarschen.

Mitsprache für Ältere: Wietmarschen ohne eigene Vertretung

In der Grafschaft Bentheim haben sechs von sieben Gemeinden bereits erfolgreich Seniorenvertretungen etabliert. Nur in Wietmarschen fehlt eine solche Vertretung bislang. Vertreter*innen der SoVD-Ortsverbände Wietmarschen und Lohne haben sich daher mit ihrem Anliegen zusammengetan und machen sich gemeinsam für eine Seniorenvertretung stark. Ältere Menschen könnten so ihre Anliegen direkt einbringen, ihr Erfahrungsschatz werde besser genutzt und zugleich würden soziale Teilhabe sowie Generationengerechtigkeit gefördert, finden die SoVD-Engagierten. Politik und Verwaltung hätten zudem eine direkte Ansprechpartnerin für die Belange älterer Bürger*innen.

Der SoVD ist überzeugt, dass eine Seniorenvertretung eine große Bereicherung für die Gemeinde darstellen kann. „Wir stehen gerne beratend und unterstützend zur Seite, wenn es darum geht, diesen wichtigen Schritt umzusetzen“, sagt Thomas Lehre, Vorsitzender des Ortsverbands Wietmarschen.

Vorstoß bei Politik und Verwaltung

Vor diesem Hintergrund haben die SoVD-Engagierten bei der Gemeinde Wietmarschen in einem Schreiben angeregt, eine Seniorenvertretung einzurichten und die Vorteile eines solchen Gremiums aufgezeigt. Nicht zuletzt würde mit diesem Schritt die kommunale Demokratie gestärkt werden. In einer Sitzung des Ausschusses für frühkindliche Bildung, Ehrenamt und Senioren im November 2025 hatte Thomas Lehre das Anliegen zudem persönlich vorgetragen.

Diskussion mit dem Bürgermeister und Erfahrungen aus anderen Kommunen

Bei einer später folgenden Informationsveranstaltung des SoVD-Ortsverbands Wietmarschen zum Thema „Seniorenvertretung“ kam es zu einer engagierten Diskussion mit Bürgermeister Manfred Wellen (CDU). Im Mittelpunkt stand die Frage, welchen Nutzen eine Seniorenvertretung für die Gemeinde Wietmarschen haben könnte. Thomas Lehre schilderte, dass man trotz bisher fehlender politischer Mehrheiten das Thema weiter vorantreiben und den Dialog suchen wolle.

Als Gastreferent stellte Georg Thole, Vorsitzender der Seniorenvertretung in Lingen, die Aufgaben und Vorteile einer Seniorenvertretung vor. Diese verbessere die soziale Teilhabe älterer Menschen, fungiere als Ansprechpartnerin für Politik und Verwaltung und diene als Plattform für Information und Ehrenamt. In Gemeinden ohne eine solche Institution bestehe die Gefahr, an der Lebensrealität älterer Menschen vorbeizuplanen, so Thole.

Die Skepsis bleibt – der Dialog geht weiter

Bürgermeister Wellen zeigte Verständnis für die vorgetragenen Argumente, äußerte jedoch auch Vorbehalte. Er verwies auf bestehende Angebote für Senior*innen in Wietmarschen und äußerte Zweifel an der demokratischen Legitimation eines Seniorenbeirats. Senior*innen könnten ihre Interessen auch als gewählte Kommunalpolitiker*innen vertreten. In der Diskussion widersprachen Vertreter*innen von Vereinen sowie Seniorenbeiräten aus anderen Gemeinden und Zuhörer*innen aus Wietmarschen. Sie verwiesen auf die hohe Akzeptanz solcher Gremien, etwa in Uelsen oder Nordhorn, und darauf, dass sich nicht alle Älteren in der Kommunalpolitik engagieren wollen. Bürgermeister Wellen blieb skeptisch, sagte jedoch zu, sich weiterhin mit dem Thema zu befassen und den Dialog fortzusetzen.