Lobby fürs Ehrenamt im NiedersachsenringSoVD kämpft für bessere Rahmenbedingungen im Ehrenamt
Der SoVD unterstützt nicht nur sein eigenes Ehrenamt, sondern setzt sich auch für bessere Rahmenbedingungen für alle rund 3 Millionen Engagierten in Niedersachsen ein. Dafür ist der SoVD Teil des Niedersachsen Rings (NR), einem Landesbeirat zur Stärkung bürgerschaftlichen Engagements. Seit 2001 bringt er Organisationen aus Wohlfahrt, Kirchen, Gewerkschaften, Vereinen, Frauen- und Migrantenverbänden, Erwachsenenbildung, Sport, Feuerwehr und mehr zusammen. Ziel: Anerkennung des Ehrenamts verbessern und Vernetzung fördern.
Politik erkennt Handlungsbedarf: Ehrenamtskommission startet – SoVD außen vor
2019 diskutierte der Niedersachsenring über seine künftige Rolle und brachte als zentrale Idee eine Ehrenamtsstrategie für Niedersachsen ins Spiel. 2020 setzte der Landtag die Enquete-Kommission Ehrenamt (EKE) ein. Unter Vorsitz von Petra Tiemann (CDU) sollte sie Rahmenbedingungen für Ehrenamt verbessern und an gesellschaftliche Veränderungen anpassen. Sie wurde wissenschaftlich begleitet, sieben große Organisationen aus der Zivilgesellschaft waren beteiligt – der NR und der SoVD allerdings nicht.
Ehrenamtliche konnten sich nur über eine Online-Befragung beteiligen – lediglich 15.000 Personen nahmen teil. Auch wir als SoVD hatten unsere Ehrenamtlichen aufgerufen, daran mitzuwirken.
170 Seiten Bericht – danach Stillstand
Der Ergebnisbericht der EKE (März 2022, 170 Seiten) empfahl u. a. eine Koordinierungsstelle Ehrenamt, die Stärkung des NR, Förderung projektorientierten Engagements und der Digitalisierung, Bürokratieabbau und Entschärfung gemeinnützigkeitsrechtlicher Sanktionen. Weitere Themen waren: Finanzierung, Qualitätssicherung, Kooperation von Vereinen und Unternehmen, Vereinbarkeit von Ehrenamt, Beruf und Care-Arbeit.
Nach der Vorstellung des Ergebnisberichts passierte lange nichts – der Niedersachsen Ring wurde nicht einmal einberufen. Deshalb beschlossen einige Organisationen aus dem NR, darunter LSB, LAGFA, FAN, SoVD und Heimatbund, selbst aktiv zu werden und den Beirat einzuberufen. Es war klar: Ohne Druck geht es nicht weiter.
Gleichzeitig richtete das Innenministerium – anstelle des Sozialministeriums – Anfang 2023 eine Stabsstelle „Sport und Ehrenamt“ ein, die den Auftrag erhielt, die Ehrenamtsstrategie für Niedersachsen zu erarbeiten.
Ehrenamtsstrategie: Kritik am Entwurf wird laut
Weil es 2023/24 keine neuen Informationen gab, wandten sich 18 Organisationen im März 2024 mit einem Brief an Ministerpräsident Stephan Weil. Erst im Mai 2025 erhielten sie einen Entwurf der Strategie. 15 Organisationen kritisierten diesen im Juli scharf, weil rechtsextreme Angriffe auf Ehrenamtliche und der Schutz der Zivilgesellschaft darin nicht berücksichtigt wurden. Auch fehlte ein Fokus auf Kommunalpolitik. Insbesondere der SoVD hat sich hier stark eingebracht und immer wieder herausgearbeitet, dass die Demokratie nur funktionieren kann, wenn alle wenn alle zivilgesellschaftlichen Akteur*innen sicher, gut finanziell und personell ausgestattet ihrem Engagement nachgehen können, ohne Angst haben zu müssen.
SoVD bleibt dran: Gespräche und nächste Schritte
Im März 2025 wählten die Organisationen ein Sprecher*innenteam (SoVD, FAN, LSB, LAGFA und LAG Soziale Stadtentwicklung), das seit Mai Gespräche mit Sozial- und Innenministerium sowie der Staatskanzlei führt. Dabei fordern sie, sich am Vorbild NRW zu orientieren: Dort gibt es ein stark vernetztes Landesgremium, Arbeitsgruppen, neun dringende Handlungsfelder mit 56 Zielen, breite Beteiligung durch Regionalveranstaltungen und Befragungen sowie deutlich erhöhte Fördermittel (24 Mio. Euro zusätzlich, dauerhaft 4 Mio. Euro jährlich).
Der SoVD bleibt selbstverständlich am Ball, bringt seine Forderungen alleine und gemeinsam mit den anderen Organisationen ein und drängt auf konkrete Maßnahmen. Ende September steht ein Austausch des NR mit der Staatskanzlei an. Und auch mit dem Innenministerium soll zum Entwurf der „Niedersächsische Strategie für Engagement und Ehrenamt“ gesprochen werden.






