Direkt zu den Inhalten springen

Höhere Regelsätze bei Sozialhilfe und GrundsicherungMehr Geld im neuen Jahr

Wer auf Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II angewiesen ist, bekommt ab sofort mehr Geld. Alleinstehende Erwachsene erhalten seit Jahresbeginn 432 Euro im Monat – acht Euro mehr als bisher. Auch die Regelsätze für Kinder und Jugendliche sind gestiegen.

Wer in Deutschland in eine Notlage gerät und nicht selbst für seinen Unterhalt sorgen kann, hat Anspruch auf staatliche Leistungen. Diese werden jährlich überprüft und angepasst. Zum 1. Januar 2020 sind die Regelsätze für Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II und Grundsicherung im Alter sowie bei Erwerbsminderung daher um 1,88 Prozent gestiegen.

Alleinstehende Erwachsene erhalten ab sofort 432 Euro im Monat. Das entspricht einem Plus von acht Euro im Vergleich zum Vorjahr. Neben den Leistungen für Erwachsene sind auch die Sätze für Kinder und Jugendliche gestiegen: Jugendliche von 14 bis 17 Jahren erhalten mit 328 Euro jetzt sechs Euro mehr als zuvor – genauso wie Kinder von sechs bis 13 Jahren, deren Satz sich auf 308 Euro erhöht hat. Für Kinder bis zu sechs Jahren ist der Satz um fünf Euro auf 250 Euro gestiegen.

Das Statistische Bundesamt ermittelt die sogenannte Fortschreibung der Regelbedarfe jährlich anhand eines Mischindex. Dieser ergibt sich zu 70 Prozent aus der Preisentwicklung und zu 30 Prozent aus der Nettolohnentwicklung, die auf Grundlage der durchschnittlichen Lohn- und Gehaltsentwicklung berechnet wird.

Die Preisentwicklung wird nach Angaben der Bundesregierung ausschließlich aus regelbedarfsrelevanten Waren und Dienstleistungen ermittelt. Dazu gehören neben Nahrungsmitteln und Kleidung etwa auch Fahrräder und Hygieneartikel. Kosten für Zeitungen und Friseurbesuche fließen ebenso in die Berechnung ein.

Dagegen bleiben viele andere Produkte beim Regelbedarf außen vor. Dazu gehören Camping-Artikel wie Schlafsäcke oder Luftmatratzen genauso wie Schmuck, Handtaschen, Schnittblumen oder auch Weihnachtsbäume.

Der SoVD begrüßt zwar die Erhöhung der Regelsätze, kritisiert aber gleichzeitig die Methode der Bedarfsermittlung: „Diese geht schlicht und einfach an der Lebensrealität der Menschen vorbei“, sagt der SoVD-Landesvorsitzende Bernhard Sackarendt.