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Schluss mit der Verunsicherung: SoVD erklärt die aktuellen BestimmungenNeue Besucherregeln für Pflegeheime

Die weitreichenden Besuchseinschränkungen für Bewohnerinnen und Bewohner der niedersächsischen Pflegeheime haben die Betroffenen und ihre Angehörigen in der Corona-Krise vor eine schwere Belastungsprobe gestellt. Dann kamen die ersten Lockerungen – die aber von Heim zu Heim ganz unterschiedlich umgesetzt wurden. Eine neue Verordnung schafft jetzt verbindliche Regeln für alle.

„In den vergangenen Wochen stand unser Pflege-Notruftelefon kaum still“, berichtet Birgit Vahldiek, Leiterin der Abteilung Sozialpolitik beim SoVD in Niedersachsen. „Viele Angehörige hatten Fragen zu den Besucherregeln in den niedersächsischen Pflegeheimen.“ Grund für die Verwirrung: Nachdem die Landesregierung im Mai erste Lockerungen der coronabedingten Besuchseinschränkungen erlassen hatte, wurden diese von den Einrichtungen ganz unterschiedlich umgesetzt. „Während einige Heime Besuche von Angehörigen unter bestimmten Hygienevoraussetzungen ermöglichten, ließen andere diese auch weiterhin nicht zu“, so Vahldiek.

Auf diesen unbefriedigenden Zustand hat Niedersachsens Gesundheits- und Sozialministerin Carola Reimann jetzt mit einer neuen Verordnung reagiert, die für alle Heime einheitliche und verbindliche Regeln schafft. „Damit Besuche überall ohne Ansteckungsgefahr möglich sind, müssen jetzt sämtliche Einrichtungen in Abstimmung mit den örtlichen Gesundheitsämtern unverzüglich entsprechende Hygienekonzepte entwickeln“, erklärt Vahldiek. Nach den neuen Regeln dürfen Heimbewohnerinnen und -bewohner durchaus Besuch von verschiedenen Menschen empfangen, allerdings immer nur von einer Person gleichzeitig. Jeder Aufenthalt muss dokumentiert werden. Dabei ist eine Begrenzung der Besuchszeiten zulässig, solange ausreichend lange Besuche möglich bleiben. „Das heißt, dass es nicht zu einer Limitierung der Zeitspanne im Minutenbereich kommen soll“, stellt Vahldiek klar.

Ferner müssen die Heime unter Beachtung der Hygienebestimmungen Besucherzimmer vorhalten oder Besuche auf dem Außengelände der Einrichtung ermöglichen. Unter denselben Voraussetzungen sollen auch Besuche in den Bewohnerzimmern stattfinden können. Außerdem gilt: Die Organisation der Besuche darf nicht mit Hürden verbunden sein. „Die Einrichtung muss etwa ihre telefonische Erreichbarkeit sicherstellen und sollte Termine auch mit kurzer Vorlaufzeit vergeben“, erläutert Vahldiek. Dabei müssten Besuche nicht nur unterhalb der Woche, sondern auch an Wochenenden und Feiertagen ermöglicht werden. „Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen haben grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf diese Besuche“, betont Vahldiek.

Tipps und Hilfestellungen rund ums Thema Pflege erhalten Ratsuchende am Pflege-Notruftelefon des SoVD in Niedersachsen unter der Servicenummer 0180 2000872.