SoVD fordert Stärkung der gesetzlichen Rente zur Vermeidung von AltersarmutSoVD-Zahlen zeigen: Menschen in Niedersachsen sorgen sich um finanzielle Absicherung im Alter
Hannover. Aus einer vom Sozialverband Deutschland (SoVD) beim Meinungsforschungsinstitut Civey in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage geht hervor, dass sich die Menschen in Niedersachsen mit Blick auf ihre Rente um ihre finanzielle Zukunft Sorgen machen. Der Verband fordert deshalb von Bundes- und Landespolitik eine klare Positionierung für einen starken Sozialstaat und Maßnahmen zur Stärkung der gesetzlichen Rente.
Ein deutliches Alarmsignal: 80,3 Prozent der in Niedersachsen Befragten der SoVD-Umfrage glauben, ihre Rente werde nicht ausreichen, um ihren derzeitigen Lebensstandard zu halten. Gleichzeitig haben 56 Prozent nicht die Möglichkeit, selbst privat vorzusorgen. „Diese Zahlen zeigen, wie sehr die Aussage von Bundeskanzler Merz, die gesetzliche Rente werde zukünftig nur noch eine Basisabsicherung sein, an der Lebensrealität der meisten Menschen in Niedersachsen vorbeigeht“, kritisiert Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Diese Entwicklung weg vom solidarischen Sozialstaat sei brandgefährlich und habe durch eine strukturelle Benachteiligung vieler Menschen fatale Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Verteilungsgerechtigkeit. „Wer die gesetzliche Rente auf ein Mindestniveau zurückdrängt, nimmt sehenden Auges in Kauf, dass ein Großteil der Bevölkerung in Altersarmut abrutscht“, mahnt Swinke.
Für den SoVD ist klar: Altersvorsorge darf nicht derart vom Geldbeutel abhängen. Er fordert daher sowohl die Bundespolitik als auch das Land Niedersachsen zum Handeln auf. „Die Privatisierung sozialer Sicherungssysteme muss gestoppt und die gesetzliche Absicherung gefördert werden“, erklärt der SoVD-Chef. Notwendige Maßnahmen seien die Stabilisierung und perspektivische Anhebung des Rentenniveaus, um Lebensstandards zu sichern, die Einbeziehung aller Erwerbstätigen, einschließlich Beamt*innen und Selbstständiger, in die gesetzliche Rentenversicherung – dem stimmen auch 89,7 Prozent der Befragten zu – sowie eine Umverteilung zugunsten niedriger und mittlerer Einkommen, um Altersarmut zu vermeiden. „Es braucht jetzt eine klare Positionierung für einen starken Sozialstaat, statt eine Politik, die soziale Sicherheit zunehmend zur Privatsache erklärt“, ist sich Swinke sicher.
Statistische Angaben bei Erhebungen mit regionalen Ergebnissen
Civey hat für den SoVD vom 24.03. bis 31.03.2026 online 2.500 Bundesbürger*innen zwischen 18 bis 67 Jahren ohne Rentner*innen, Beamt*innen und Selbstständige befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 3,6 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie hier.