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SoVD fordert Stopp der Reform / Landesregierung muss Einsatz zeigenUnterhaltsvorschuss-Kürzung trifft besonders gewaltbetroffene Frauen und Kinder in Niedersachsen

Hannover. Die geplante Kürzung des Unterhaltsvorschusses trifft Frauen, die aufgrund von häuslicher Gewalt in Frauenhäusern leben, besonders hart. Das macht der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen deutlich. Denn: Aus der aktuellen Frauenhausstatistik geht hervor, dass diese Frauen viermal häufiger auf die Leistung angewiesen sind als andere. Der SoVD fordert deshalb einen Stopp der Reform.

48 Frauenhäuser gibt es derzeit in Niedersachsen. In ihnen finden Frauen Schutz, wenn sie und ihre Kinder häusliche Gewalt erlebt haben. Viele von ihnen kommen in die Einrichtung und haben keinerlei finanzielle Mittel. Da der Vater der Kinder häufig keinen Unterhalt zahlt, springt der Staat mit dem sogenannten Unterhaltsvorschuss ein. „Für die Frauen ist das enorm wichtig, da eine finanzielle Absicherung den Neustart nach einer Gewaltbeziehung überhaupt erst ermöglicht. Die geplanten Kürzungen treffen alle alleinerziehenden Elternteile hart, gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder aber ganz besonders“, sagt Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen.

Die Situation in Frauenhäusern sei ohnehin schwierig, so der größte Sozialverband in Niedersachsen. Laut Frauenhausstatistik fehlen bundesweit 12.000 Plätze, „Da mehr als die Hälfte der niedersächsischen Einrichtungen an der Befragung teilgenommen hat, können wir davon ausgehen, dass auch bei uns ein eklatanter Mangel herrscht“, führt Swinke weiter aus. Dieser werde sich weiter verschärfen, wenn der Unterhaltsvorschuss gekürzt werde: „Vielen wird dann das Geld fehlen, um sich eine eigene Wohnung zu suchen. Das ist fatal.“

Der SoVD fordert deshalb von der niedersächsischen Landesregierung, sich gegen die geplante Reform starkzumachen. „Hier wird definitiv an der falschen Stelle gespart. Eine Reform darf nicht zulasten gewaltbetroffener Frauen und vor allem nicht zulasten der Kinder gehen“, betont der niedersächsische SoVD-Chef.