Familien in Niedersachsen fehlen verlässliche BetreuungsangeboteSoVD-Umfrage: Mängel bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Hannover. Wie familienfreundlich ist Niedersachsen? Dieser Frage ist der SoVD mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey nachgegangen. Das Ergebnis: Die Befragten finden, dass es zu wenig Betreuungsplätze gibt und Familie und Beruf sich nur schwer miteinander vereinbaren lassen. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen fordert deshalb vom Land eine verlässliche Kinderbetreuung und mehr Unterstützung von Frauen im Job.
Das Urteil der SoVD-Befragung ist vernichtend: Über 54 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass es zu wenig Kita-Plätze und zu wenig Betreuungsmöglichkeiten für Schulkinder gibt. „Auch wenn Betroffene in Niedersachsen einen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz haben, sieht die Realität für Eltern oft anders aus. In vielen Kommunen gibt es nicht ausreichend Personal und darunter leidet auch die Verlässlichkeit der Betreuung“, erläutert Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Dies mache auch eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung deutlich: „Nicht mal 20 Prozent der Kitas haben den empfohlenen Personalschlüssel. Die Landesregierung muss sich endlich dem Fachkräftemangel stellen.“
Die Befragten der SoVD-Umfrage bewerten auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schlecht. Fast 45 Prozent finden, dass diese in Niedersachsen nicht gegeben sei. „Dieses Ergebnis ist fatal, da vor allem Frauen unter einer schlechten Vereinbarkeit leiden. Sie arbeiten nach der Geburt eines Kindes häufig in Teilzeit. Die Folgen sind dann eine geringe Rente und Altersarmut“, sagt Swinke. Er fordert zudem eine bessere Unterstützung von Alleinerziehenden, die besonders auf eine verlässliche Betreuung und flexible Arbeitszeitmodelle angewiesen sind, um im Alter genug Geld zum Leben zu haben.
Noch detailliertere Ergebnisse und unsere Forderungen finden Sie unter www.sovd.de/civey-umfrage.
Hinweis zur Methodik: Civey hat für den SoVD vom 18.06. bis 06.07.2026 online 2.000 erwerbstätige Eltern von Kindern bis 18 Jahren im Haushalt befragt. Die Ergebnisse auf Ebene der Bundesländer sind repräsentativ auf Basis einer modellbasierten, statistischen Methode für kleine Datenräume. Der statistische Fehler auf Ebene der Bundesländer liegt bei 4,1 - 4,2 Prozentpunkten. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie unter (https://civey.com/ueber-civey/unsere-methode.