Direkt zu den Inhalten springen

Fachtagung „Alternativer Wohngipfel für Niedersachsen“LAK fordert andere Wohnungspolitik

In Niedersachsen fehlen mehr als 100.000 bezahlbare Wohnungen. Das hat die Fachtagung „Alternativer Wohngipfel für Niedersachsen“ in Hannover deutlich gemacht. Bei der Veranstaltung der Landesarmutskonferenz (LAK), einem Bündnis von SoVD und vielen weiteren Partnern, diskutierten mehr als 150 Fachleute, Betroffene und Interessierte über die dramatische Lage auf dem Wohnungsmarkt.

„In den großen Städten müssen inzwischen über 40 Prozent der Haushalte mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens allein für die Miete ausgeben“, berichtete Meike Janßen, LAK-Sprecherin und Leiterin der Abteilung Sozialpolitik beim SoVD in Niedersachsen, in ihrer Begrüßungsrede zu der Veranstaltung in Hannovers Marktkirche. „Für Menschen mit geringem Einkommen ist diese Entwicklung existenzbedrohend.“ Neben bezahlbaren Wohnungen fehle es zunehmend auch an mietpreisgebundenen Sozialwohnungen, weil immer mehr Wohnungen aus der Sozialbindung fielen. „Wenn sich daran nichts ändert, wird es in 15 Jahren in Niedersachsen keine Sozialwohnungen mehr geben“, so Janßen.

Die LAK macht sich daher für eine andere Wohnungspolitik stark und verlangt etwa die massive Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus mit mindestens 100.000 zusätzlichen Sozialwohnungen, die vorrangige Vergabe von Fördermitteln an öffentliche Wohnungsunternehmen und Genossenschaften sowie eine unbefristete Sozialbindung.

„Wenn es um die Frage nach sozialer Gerechtigkeit und Frieden geht, steht die Bekämpfung von Armut an erster Stelle“, betonte der SoVD-Landesvorsitzende Bernhard Sackarendt am Rande der Fachtagung. Ein ganz entscheidender Punkt dabei sei die wachsende Wohnungsnot. „Angesichts der dramatischen Entwicklung in vielen Städten und Gemeinden Niedersachsens ist das Engagement der LAK hier so wichtig wie nie zuvor.“

Im Rahmen der abschließenden Podiumsdiskussion machte Sackarendt zudem auf den Zusammenhang zwischen der prekären Lage in den Städten und der starken Zuwanderung aus dem ländlichen Raum aufmerksam. „Die Infrastruktur auf dem Land muss deutlich verbessert werden“, forderte der SoVD-Chef. Besonders für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen stellten der Ärztemangel, die Schließung von Geschäften und Bankfilialen sowie die oft schlechte Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr in ländlichen Gegenden ein großes Problem dar. „Hier gilt es, wirksam gegenzusteuern, um das Leben auf dem Land wieder attraktiver zu machen“, so Sackarendt.